Fridays for Future

Fridays for Future

Hundertausende Beteiligte am Protest- und Streiktag der Arbeiter- und Umweltbewegung

In 500 Städten Deutschlands und 2.671 Orten in 156 Ländern auf der ganzen Welt finden heute Aktionen im Rahmen des gemeinsamen Protest- und Streiktags der Arbeiter- und Umweltbewegung statt.

Von ms
Hundertausende Beteiligte am Protest- und Streiktag der Arbeiter- und Umweltbewegung
Ehemalige und aktive Opelaner bei der Demonstration in Bochum (Foto: RF)

Nachdem die Jugendumweltbewegung Fridays for Future dazu aufgerufen hatte, haben sich mehrere DGB-Gewerkschaften und zahlreiche weitere Organisationen sowie Einzelpersonen diesem internationalen Aktionstag angeschlossen. MLPD und REBELL treten schon seit langem für den gemeinsamen Kampf der Arbeiter- und Umweltbewegung ein. Sie haben bundesweit breit mobilisiert, den Aktionstag gerade auch in Betrieben und Gewerkschaften aktiv vorbereitet und sind heute in vielen Städten unübersehbar dabei.

Wirklicher gemeinsamer Kampftag

Es ist gelungen, den heutigen Tag wirklich zu einem gemeinsamen Kampftag der Arbeiter- und Umweltbewegung zu machen. Die Betriebsgruppen der MLPD haben maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die Arbeiterklasse aktiv an den Aktionen beteiligt. Es ist aber auch ein intensiver Kampf, die Überparteilichkeit gegen alle möglichen antikommunistischen Attacken durchzusetzen.

 

Die Organisatoren erwarteten rund 300.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ganz Deutschland. Bisher vorliegende Zahlen weisen darauf hin, dass es wohl erheblich mehr werden- Rote Fahne News wird heute um 18 Uhr ein weiteres Mal darüber berichten und eingehende Berichte laufend veröffentlichen (bitte dazu auch auf den Schwerpunkt "Fridays for Future" klicken, der auf der Mitte der Startseite zu finden ist, wenn man etwas nach unten scrollt).

Heftiger Richtungskampf, aber auch Offenheit für sozialistische Perspektive

In Hamburg demonstrieren rund 25.000 bis 30.000 Junge und Ältere gemeinsam. Die MLPD, aber auch überparteiliche Organisationen wie die Umweltgewerkschaft und der Frauenverband Courage nehmen völlig selbstverständlich an der Demo teil. Es gibt viele grundsätzliche Diskussion mit jungen und erwachsenen Teilnehmern. Klar ist, dass es so nicht weitergehen kann. Viele stellen sich die Frage, in welche Richtung muss ich der Kampf entwickeln. Offenheit für einen sozialistische Ausweg ist da. Im Gegensatz dazu orientieren die Reden auf der Bühne darauf, die Politiker in die Pflicht zu nehmen und die völlig unzureichenden Klimaziele von Paris zu erreichen.

 

Aus Berlin wird einer ersten telefonischen Korrespondenz über eine riesige Demonstration in Berlin berichtet, die bereits zu Beginn - realistisch geschätzt - 80.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hat. So rechnen die Veranstalter und auch die Genossinnen und Genossen der MLPD mit bis zu 100.000 Teilnehmern am Ende. Es sind ganze Schulklassen dabei und viele, viele ältere Menschen.

"Automotive Workers for Future"

Aus Bochum wird von ungefähr 8.000 Beteiligten berichtet - mehr als beim letzten großen FFF-Aktionstag. Verantwortliche von der Demo-Leitung wollten den Auftritt der MLPD verbieten. Nach einer Debatte darüber weigerte sich jedoch die Polizei, das zu tun. Es gab ein offenes Mikrofon, an dem sich viele Menschen rege beteiligten: Opel-Arbeiter, die frühere Opel-Betriebsrätin Annegret Gärtner-Leymann, mehrere Schüler, Rotfüchse von der Kinderorganisation im Jugendverband REBELL. Rebellen warben aktiv neue Mitglieder.

 

Auf selbstgemachten Transparenten und Plakaten war zu lesen "Stahlarbeiter für Arbeitsplätze und Umweltschutz", "Automotive Workers for Future", "Wir sind die, vor denen euch die großen Parteien warnen, weil wir für radikalen Umweltschutz sind - MLPD" oder auch "Das ist eine Krise, kein Wandel".

 

In Herne haben heute rund 500 Leute demonstriert bei der ersten selbstorganisierten FFF-Demo. Es waren vor allem viele aus Schulklassen gekommen, viele Ältere beteiligten sich auch, vor allem aus der Umweltbewegung, aber auch Gewerkschafter von ver.di, aus der GEW und andere. MLPD und der Jugendverband REBELL waren gut vertreten. Es gab wieder massive Attacken auf die MLPD, auf den REBELL und deren Fahnen. Die Genossinnen und Genossen ließen sich davon nicht beeindrucken.

Kapitalismuskritik verbreitet

In Duisburg sammeln sich seit 13 Uhr hunderte Jugendliche, Eltern, Lehrer, politische Organisationen. Als Partei sichtbar ist nur die MLPD. Gewerkschafter sind vor allem von ver.di und der IG Metall zu sehen. Man sieht viele Fahnen. Gerade geht ein bewegendes Theaterstück von der 5. Klasse der Sekundarschule aus Rheinhausen zu Ende. Sie sangen ein Lied über den Wald und alle machren mit. Die Kapitalismuskritik steht in den Redebeiträgen immer wieder im Zentrum. Breite Aufgeschlossenheit gibt es unter vielen Jugendlichen für die grundlegende Alternative, die unter anderem von der MLPD repräsentiert wird.

 

In Gladbeck schwoll der Demozug von knapp 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer schließlich bis zur Abschlusskundgebung auf bestimmt 300 Schülerinnen und Schüler, aber auch viele Erwachsene an. Diesmal waren mehr Schulen beteiligt und auch mehr Schülerinnen und Schüler sowie Organisationen. Das Besondere an der Aktion in Gladbeck war sicherlich die demokratische Streitkultur, was der Redner der MLPD, Jörg Weidemann, in seinem Beitrag auch hervorhob. Hier wird überparteilich diskutiert und eine gleichberechtigte Streitkultur entwickelt.

 

Lediglich am Rande der Demonstration gab es einige Beschwerden vornehmlich älterer Teilnehmerinnen und Teilnehmer wegen der mitgeführten MLPD-Fahne. Unter den Jugendlichen kam sie allerdings großteils gut an und viele freuten sich über die Unterstützung. Viele nahmen die neuen Fridays-for-Future-Flyer der MLPD mit.

Tiefes Bedürfnis, auf die Straße zu gehen

In Münster sind heute bis zu 20.000 Menschen bei der Demo dabei. Ganze Schulklassen haben hierzu aufgerufen und sind geschlossen mit ihren Lehrern dorthin gegangen. Ebenso haben Arztpraxen und andere Einrichtungen geschlossen. Buslinien und Autofahrer werden umgeleitet.

 

Trotz Medienboykott kamen in Eisenach viele Teilnehmer. Ihnen war es ein tiefes Bedürfnis, an diesem Tag auf die Straße zu gehen. Sie kamen auf dem Markt, weil da ja was sein müsste, Eisenacher wie auch Urlauber.