Argumente zum 20. September

Argumente zum 20. September

Arbeiter und Monopole in einem Boot contra Umweltschutz?

Offen drohte Stefan Wolf, Vorstandsmitglied des Verbandes der Autoindustrie und Vorsitzender des Vorstands der ZF Friedrichshafen AG in der Talkrunde bei Anne Will am letzten Sonntag: 10.000 Beschäftigte von ZF müssten entlassen werden, wenn es zu einem Verbot der Neuzulassung von Verbrennungsmotoren 2025 kommt.

Das wolle und könne er seinen Arbeitern nicht antun. Theatralisch behauptet Wolf, er denke an die vielen Familien, die auf die Arbeit und Autos angewiesen sind. Der Umweltschutz als gemeinsames Feindbild, wogegen sich die Belegschaften mit den Konzernherren zusammen schließen müssten?

 

Die Arbeiter und Familien brauchen beides: Arbeitsplätze UND Umweltschutz. Wer ist denn verantwortlich, dass seit Jahrzehnten an der Antriebstechnik mit Verbrennung fossiler Energieträger festgehalten wird? Dafür hat die Autoindustrie, der Wolf vorsteht, bewusst und mit kriminineller Energie Abgaswerte manipuliert und die Stadtluft vergiftet. Und sie betreiben es auch nach der Aufdeckung weiter.

 

Die ZF/TRW-Arbeiter in Gelsenkirchen spüren die scheinbaren Sorgen des ZF-Chefs ganz anders. Er entpuppt sich da als sprichwörtlicher Wolf im Schafspelz. Von knapp 500 dortigen Arbeitsplätzen werden in den nächsten Monaten ca. 200 vernichtet. Wohlbemerkt nicht wegen Umweltschutz. Kollegen werden erpresst, entweder Selbstkündigung mit bitter-versüßter Abfindung in zwei Wochen, oder Entlassung. Und das nach 30 Jahren harter Knochenarbeit.

 

Was für eine Heuchelei! Dass ausgerechnet diejenigen, die für ihre Profite skrupellos die Arbeitsplätze vernichten und Familien in die Armut treiben, nun zur Verhinderung von Umweltschutzmaßnahmen ihre Sorge um die Arbeiter vorbringen und sie dafür missbrauchen wollen. Die internationalen Konzerne interessieren sich doch nur für die Arbeitsplätze, solange sie daraus Profite erzielen können.

 

Die Monopole beuten die Arbeiterklasse und die Natur aus. Der Kampf zur Lösung der sozialen und der ökologischen Frage bilden eine Einheit - gegen die Kapitalisten auf der anderen Seite!