Aktionstag

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Siemens-Belegschaften protestieren in Berlin

Gut 500 Kolleginnen und Kollegen verschiedener Siemens-Betriebe gingen heute in Berlin-Spandau auf die Straße, um gegen die geplante Arbeitsplatzvernichtung im Zusammenhang mit der Ausgliederung der Gas- und Power-Sparte zu demonstrieren. Eine wichtige Rolle spielte auch der Umweltschutz.

Von ml
Siemens-Belegschaften protestieren in Berlin
Kolleginnen und Kollegen verschiedener Siemens-Standorte aus Berlin zeigten ihre Kampfkraft (rf-foto)

1.400 Arbeitsplätze, davon ca. 500 in Berlin, sollen vernichtet werden, wenn Siemens seine Pläne der Arbeitsplatzvernichtung im Zusammenhang mit der Ausgliederung der Gas- und Power-Sparte umsetzt. Der heutige Protest dagegen war ein wichtiges Signal der Siemens-Belegschaft.

 

Der Großteil der Kolleginnen und Kollegen kam vom Schaltwerk, welches unmittelbar von den Plänen betroffen ist. Unterstützung erhielten sie von Kolleginnen und Kollegen aus dem Dynamowerk, dem Gasturbinenwerk, von LEDVANCE (ehemals Osram), Infinera und weiteren Delegationen.

 

Seit der Bekanntgabe der Ausgliederungspläne wird unter den Kolleginnen und Kollegen im Siemens-Konzern massenhaft diskutiert, wie die Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen erhalten werden können. In diesem Sinne war die Teilnahme der Kolleginnen und Kollegen vielfach mit der Kritik verbunden, warum erst jetzt der Protest organisiert wird und nicht die ganze Siemens-Belegschaft aufgerufen wird.

Wie kommt es zum konzernweiten Kampf?

Im Mittelpunkt der Diskussionen stand, das ein konzernweiter Kampf geführt werden muss. Zugleich wirkt noch eine Verunsicherung, wie das organisiert werden kann.

 

Zu der Protestaktion aufgerufen hatte die Berliner IG Metall - zusammen mit Betriebsräten, die damit auf die Stimmung unter den Kolleginnen und Kollegen, gemeinsam zu kämpfen, reagiert haben.

Wunsch nach Entfaltung der vollen gewerkschaftlichen Kampfkraft

Eine Kollegin aus dem Schaltwerk berichtete: "Es gab zur Vorbereitung mehrere selbständige Pausenversammlungen. Gut war auch, dass Betriebsräte und Vertrauensleute durch alle Hallen gelaufen sind, um die Kolleginnen und Kollegen zu mobilisieren. Es wären sicherlich noch eine ganze Reihe mehr Kollegen mitgekommen, wenn die Aktion frühzeitiger bekanntgegeben worden wäre. ."

 

Die Demonstration wurde von dem Berliner Liedermacher „Karl Nümmes" kämpferisch begrüßt, mit dem eigens dafür gemachten Lied „Kaeser schiebt uns nicht weg“. Nach gut einer Stunde Demonstration durch die Berliner Siemensstadt fand eine Abschlusskundgebung auf dem Jakob-Kaiser-Platz statt. Die IG Metall betonte, dass die Solidarität der Belegschaften untereinander ein unverzichtbares Gut im Kampf um jeden Arbeitsplatz ist.

Arbeiter für Jobs UND Umweltschutz

In dem Sinn überbrachten Betriebsräte anderer Siemens-Betriebe und Politiker von SPD und Linkspartei ihre Grüße. Die MLPD beteiligte sich aktiv an der Demo gemeinsam mit dem Internationalistischen Bündnis und überparteilichen Organisationen wie die Umweltgewerkschaft.

Jobs und Umweltschutz - für den sofortigen Ausbau erneuerbarer Energien

Transparent von Kolleginnen und Kollegen der Siemens-Turbinenfabrik 

Kollegen aus der Siemens-Turbinenfabrik mobilisierten mit einem Transparent "Jobs und Umweltschutz - für den sofortigen Ausbau erneuerbarer Energien" für die Beteiligung am morgigen Protest- und Streiktag zur Rettung der Umwelt.

 

Kollegen vom Schaltwerk hatten ein selbstgemaltes Transparent dabei "Kampf um jeden Arbeitsplatz - Weg mit dem Plan von Joe Kaeser. Energie gehört zu Siemens Schaltwerk". Kritisiert wurde von vielen Kolleginnen und Kollegen dass keiner von ihnen selbst zu Wort kam und auf der Kundgebung sprechen durfte.

Vielfältige Proteste bereits in den letzten Tagen

Bereits im Vorfeld hatten Kolleginnen und Kollegen die Kritik geäußert, dass sie nicht nur die Verhandlungen von IG Metall und Betriebsrat begleiten wollen, sondern ihre gewerkschaftliche Kampfkraft voll zum Einsatz bringen wollen.

 

Darüber wird sicherlich in den nächsten Tagen intensiv weiter diskutiert. Bereits in den letzten Tagen fanden Proteste in Dresden, Nürnberg, Mülheim/Ruhr und Leipzig statt.