Leverkusen

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Fehlbildungen bei Kindern – ganz heiße Spur führt zu Bayer

Am 18. September, meldete sich Dr. Detlev Kratzwinkel, heute Chefarzt in Langenfeld, bei der "Rheinischen Post".

Von gos

Er war in den 1990er-Jahren Oberarzt in der Geburtshilfe in einem Krankenhaus in Leverkusen-Opladen tätig. Er berichtete der RP: „Wir hatten damals innerhalb von zwei Jahren fünf Neugeborene, bei denen es auffällige Missbildungen an den Händen gab. Das waren ungewöhnlich viele, weil wir nur 650 Geburten im Jahr hatten.“ Und weiter: „Wir haben bei der Ursachenforschung dann nachgeschaut, wo die Mütter denn wohnten. Dabei stellte sich heraus, dass sie alle im Umfeld der damaligen Deponie an der Rheinbrücke lebten.“¹

Größte Giftmülldeponie Europas - verantwortlich Bayer

Diese Deponie war und ist die größte Giftmülldeponie Europas. Jahrzehntelang kippte Bayer dort direkt am Rhein giftigsten Müll ab. Ab den 1950er-Jahren baute Bayer direkt, ohne besondere Absicherung auf dieser Kippe eine Siedlung für 800 Anwohner, mit Schule, Kirche und Jugendzentrum, die „Rheinallee“. Als sich in den 1970er-Jahren merkwürdige Gesundheitsstörungen häuften, gab es ab den 1980er-Jahren eine wachsende Protestbewegung. Ihr ist es zu verdanken, dass nach langem Zögern und Abwiegeln die Stadt schließlich eine Gesundheitsuntersuchung aller Anwohnerinnen und Anwohner durchführen ließ.

Wie Bayer den Protest zum "Schweigen" brachte

Aus „Datenschutzgründen“ wurden Ergebnisse dieser Untersuchung nie veröffentlicht. Aber sie müssen äußerst drastisch gewesen sein: Alle Anwohnerinnen und Anwohner mussten praktisch über Nacht aus ihren Wohnungen ausziehen. Arbeiterinnen und Arbeiter in Schutzanzügen kamen und vernichteten die gesamte Einrichtung in einer Sondermülldeponie.

 

„Großzügig“ gab Bayer jedem Anwohner 5.000 D-Mark Umzugsbeihilfe; dafür mussten sie aber eine Erklärung unterschreiben, dass sie 1. auf alle weiteren Schadensersatzansprüche verzichten und 2. sich in keiner Weise bezüglich der Giftmülldeponie und ihren Folgen an die Öffentlichkeit wenden dürften; sonst müssten sie ihrerseits mit erheblichen Folgen rechnen. In ihrer Not unterschrieben alle Anwohnerinnen und Anwohner – und zerstreuten sich in alle vier Himmelsrichtungen.

Bei Rote Fahne News melden!

Dr. Kratzwinkel berichtete weiter: „Wir haben vermutet, dass es zwischen den Fehlbildungen und der Deponie einen Zusammenhang geben muss“, das habe er dem Gesundheitsamt gemeldet. „Aber von denen habe ich nie mehr etwas gehört.“ Eine Sprecherin des Gesundheitsamts erklärte der RP: „Das können wir wohl nicht mehr zurückverfolgen. Das ist zu lange her.“ Und wer Bayer kennt, weiß, dass der Konzern alles getan hat, um solche Untersuchungsergebnisse verschwinden zu lassen. Deshalb ist der Aufruf von Rote Fahne News der einzige Ausweg: Die Betroffenen müssen sich wie die Hebammen aus Gelsenkirchen zu Wort melden! Bayer & Co dürfen mit solchen Verbrechen nicht durchkommen!