Fridays for Future

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Weimar: Nach dem 20. September entfaltet sich der Kampf um die Zukunft der Bewegung

Heute fand in Weimar eine Aktion "Fridays-for-Future" (FFF) statt. Daran nahmen auch Rebellen aus Baden-Württemberg im Rahmen ihres rebellischen Wochenendes teil. Auch Gabi Fechtner, die Vorsitzende der MLPD, war dabei, weil heute in Weimar eine Kundgebung der Internationalistischen Liste / MLPD im Rahmen des Landtagswahlkampfs Thüringen stattfand.

Korrespondenz
Weimar: Nach dem 20. September entfaltet sich der Kampf um die Zukunft der Bewegung
Der Mann mit der grünen Mütze drohte, den Demonstranten von MLPD und REBELL "auf die Fresse" geben zu wollen. Er repräsentiert "Unternehmer for Future" und ist im Ortsvorstand der GRÜNEN in Weimar (rf-foto)

Wir waren als Erste auf dem Platz und sprachen die Jugendlichen an, die sehr interessiert waren. Wir stellten mit unserem Flugblatt die Positionen des REBELL vor. Unsere Fahnen und Schilder waren dabei: "Rettet die Umwelt vor der Profitwirtschaft" und "Flagge zeigen bei FFF". Ein Buch „Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?“ wechselte direkt den Besitzer. Es trugen sich auch direkt Jugendliche als Interessenten für den REBELL ein.

Aggressive Attacken von Spaltern und Liquidatoren

Plötzlich kam ein Mann auf uns zu, der uns aggressiv ansprach: "Wenn Ihr hier wieder mit eurem scheiß Kommunismus ankommt, dann läuft es wie in Erfurt. Dann gibt es auf die Fresse!" Von einigen Aggressoren und Liquidatoren wurde richtig Stimmung geschürt und es wurde versucht, den Inhalt der Veranstaltung zu ändern. Es wurde nicht mehr das Thema von FFF diskutiert, sondern 1. abgelenkt vom Kampf der angesichts des Katastrophenalarms nötig ist. 2. wurde versucht, die Bewegung zu spalten, indem die Aggressoren und Liquidatoren eigenmächtig entscheiden, wer teilnimmt. 3. sollten die Marxisten-Leninisten als konsequenteste antikapitalistische Kräfte rausgesäubert werden.

Spalterparole konnte sich nicht durchsetzen

Ohne die massive Hetze hatten die Jugendlichen uns als normalen Teil der Bewegung behandelt, wie wir es sind. Es wurde aber aggressiv versucht die Stimmung zu kippen. Sogar die Parole von FFF wurde umfunktioniert: aus "Hoch mit dem Klima, runter mit der Kohle" machten sie: "Runter mit den Fahnen". Damit wurde der völlig Falsche zum Gegner gemacht. Wir riefen dagegen: "Trag Deine Fahne, trau es Dir zu" und die Spalterparole konnte sich auch nicht durchsetzen.

 

Wir machten die ganze Zeit unsere Kleinarbeit, führten sehr interessante Diskussionen - zum Katastrophenalarm, zu Dieselautos, neuimperialistischen Ländern usw. Ganze Gruppen diskutierten intensiv mit uns und die Jugendlichen waren offen für Diskussionen. Einige waren allerdings deutlich darauf ausgerichtet, auf keinen Fall vom spalterischen Kurs abzuweichen. Auch einen Erwachsenen, der uns anfangs attackierte, konnten wir überzeugen. Einige sagten: "Die haben von Überparteilichkeit keine Ahnung" und eine ältere Frau stärkte uns den Rücken, indem sie sagte, dass wir um die Überparteilichkeit kämpfen müssen und uns nicht kleinkriegen lassen dürfen.

 

Unsere Argumente in der Auseinandersetzung waren: Überparteilichkeit ist nur dann gegeben, wenn alle Kräfte - außer Faschisten - teilnehmen. Die Bewegung braucht eine gesellschaftliche Perspektive, wenn sie wirksam sein soll. Wir nehmen unsere demokratischen Rechte wahr und die Polizei kann keine neue Gesetzeslage einführen. Versammlungsleiter stehen nicht über dem Grundgesetz und können nicht Grundrechte außer Kraft setzen. Es ist eine hochpolitische Angelegenheit, gerade deshalb müssen die verschiedenen Kräfte sichtbar und nicht inkognito auftreten. Interessanterweise wurde in einem Beitrag einer Jugendlichen vom Orgateam berichtet, dass ihr ein CDU-Abgeordneter zugesichert hatte: Wenn die Bewegung sich weiter so schön neutral halten und nicht politisieren lasse, würde er natürlich ihr Anliegen zur Sprache bringen. Soll das etwa der weitere Weg sein?

„Unternehmer for Future“?

Im Verlauf wurde immer deutlicher, was für ein Wolf im Schafspelz hier aktiv war: Derjenige, der uns so übel attackiert hatte, entfaltete dann ein Transparent der „Unternehmer for Future“, mit dem sie uns von der Demo abschirmen wollten. Dieser Mann, offenbar Mitglied der Grünen, hofft offenbar gleich doppelt zu profitieren: Die Umweltbewegung soll schön reformistisch bleiben und die Grünen zeigen sich klar als Monopolpartei. Gegen unsere offensiven Argumente fiel ihnen nichts mehr ein als zu sagen, dass sie uns jetzt ignorieren werden.

 

Was für eine Farce - es entsteht eine breite Bewegung gegen die Umweltzerstörung durch die Monopole - und dann spielen sich Unternehmer auf, entscheiden zu wollen, wer teilnehmen darf und wer nicht. Wo soll das hinführen?

 

So ein undemokratisches und liquidatorisches Verhalten einzelner aus dem Orgateam haben viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer selten erlebt. Das mindeste demokratische Verhalten wäre gewesen, uns unsere Haltung darlegen zu lassen, aber der angemeldete Redebeitrag wurde uns auch "abgesagt".

Polizei stellt sich über gültige Gesetzeslage

Die zweite Seite der Medaille war dann die, von den Liquidatoren geholte, Polizei. Ein Rebell erklärte ihnen, dass sie nicht Gesetze selbst machen können, sondern die bestehenden umsetzen müssen. Unsere extra mitgebrachten Belege, wie die Gesetzeslage in diesem Fall ist, wurden nicht angesehen und mit "das interessiert mich nicht" abgelehnt. Unser migrantischer Rebell wurde von der Polizei diskriminierend mit den Worten: "Ich rede nicht mit Dir, nur mit deiner Vorgesetzten" abgekanzelt. Stattdessen wurde Gabi Fechtner eine Anzeige wegen der Leitung einer illegalen Versammlung angekündigt - während wir uns in Wahrheit an einer angemeldeten Versammlung beteiligten. Ein Großteil von uns musste wegen der angeblichen Teilnahme daran seine Personalien angeben. Wo kommen wir da hin, wenn die Teilnehmer an einer Demonstration wie Kriminelle behandelt werden?

Eindeutig die kapitalismuskritische Richtung gestärkt

Wir haben für ziemlichen Wirbel gesorgt - zehn Jugendliche kamen später noch zu unserer Kundgebung in der Nähe. Unsere Rebellen stärkten sich im Gegenwind und ein Kontakt entschloss sich, in dieser Situation Mitglied zu werden. Es war eine wichtige Strategiediskussion, in der sich die bürgerlichen Politiker deutlich entlarvt haben. Wir haben eindeutig die kapitalismuskritische Richtung gestärkt.