Daimler

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4,2 Milliarden „Einsparungen“ - vor allem wegen Abgasbetrug?

In einem sogenannten „Brandbrief“ an alle Führungskräfte, bis runter zu den Teamleitern, schreibt Daimler-Chef Ole Källenius: „Der Mittelabfluss, den wir zuletzt verzeichnet haben, ist nicht akzeptabel... Wir brauchen das Verständnis aller Beschäftigten für den aktuellen Handlungsbedarf. Daher bitten wir Sie, das Gespräch mit Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufzunehmen und über mögliche Beiträge zu sprechen“.¹

Korrespondenz aus Stuttgart

Auch wenn auf der letzten Centerversammlung der Centerleiter den Begriff „Brandbrief“ kritisierte und den Vorgang herunterspielte, kann von „Verständnis aller Beschäftigten“ nicht die Rede sein.

 

Denn es hat sich schnell herumgesprochen, dass „ein erheblicher Teil (des Quartalverlustes, Anm. d. Red.) ...auf den Zwangsrückruf von Dieselautos (entfällt), die nach Auffassung des Kraftfahrtbundesamts (KBA) mit manipulierter Abgasregelung ausgestattet sind.“¹ Källenius deutet dies auch noch im Brief an, wenn er von „hausgemachten“ Problemen schreibt.

 

„Es kann nicht sein, dass wir für den Betrug von Daimler bezahlen“, sagen viele Arbeiterinnen und Arbeiter. Hier zeigt sich auch die Kleinarbeit der MLPD, die fordert: Es muss das Verursacherprinzip gelten! Haftung aller Verantwortlichen in den Konzernetagen und der Regierung! Gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Belegschaften und übrige Gesellschaft!

 

Das muss auch für die jetzt beginnenden Verhandlungen des Betriebsrat in Untertürkheim mit der Werkleitung um die Produktion des elektrischen Antriebsstrang (EATS) gelten. So warnt die Kollegenzeitung Stoßstange vom September: „Auch werden Vorstand/Centerleitung versuchen, uns zu weiteren Zugeständnisse bei Löhnen und Arbeitsbedingungen zu erpressen, um so die Ausbeutung zu erhöhen.“ Unsere Position muss sein: „Wir kämpfen um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz! 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich! Wir brauchen Arbeitsplätze und Umweltschutz!“ Und „Belegschaft und IG Metall-Vertrauenskörper sollten jetzt ihre Position und Forderungen diskutieren und beschließen. Nur auf dieser Grundlage hat der Betriebsrat ein „(Verhandlungs-)Mandat!“.