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6000 für Rojava auf der Straße - bereits die dritte Demo diese Woche

Am gestrigen weltweiten Aktionstag gegen den Überfall der Türkei auf Rojava gab es auch in Hamburg eine Demonstration mit 6.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Es war bereits die dritte Demonstration in dieser Woche.

Korrespondenz
6000 für Rojava auf der Straße - bereits die dritte Demo diese Woche
Kulturvoll und kämpferisch: Die Musikgruppe Pepperoni (rf-foto)

Das Internationalistische Bündnis nahm mit mehreren Kräften daran teil: ATIF, ADHK, Umweltgewerkschaft, Courage, ICOR und MLPD waren vertreten. Freunde aus Lübeck schlossen sich an. Die Musikgruppe Pepperoni machte Stimmung mit ihren kämpferischen Liedern.

 

Viele Kurdinnen und Kurden sangen mit, machten Handyaufnahmen und verschickten sie um die halbe Welt. Ein junger Musiker will jetzt bei Pepperoni mitmachen. Es war eine aufgewühlte und kämpferische Stimmung. Wir zogen mit Lautsprecheranlage, unserem schönen Transparent "Hände weg von Rojava! Freiheit für Kurdistan!" und unseren Fahnen mit. Am offenen Mikrofon prangerten wir den Einmarsch der Türkei als imperialistisch an und griffen die heuchlerische, zutiefst reaktionäre Politik der Bundesregierung an.

 

"Alle zusammen gegen den Faschismus!", "Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt!" und immer wieder "Hoch die internationale Solidarität!"waren die am häufigsten gerufenen Parolen. "Faschist - Erdogan, Terrorist - Erdogan, Kindermörder - Erdogan!" brachte die Wut und Empörung der Menschen zum Ausdruck. Viele Familien waren bei der Demonstration dabei. Zwischendurch sangen wir immer wieder Lieder: "Wir folgen unserm Herz nach Kurdistan", "Bella Ciao", "Einheitsfrontlied" und die "Internationale". Viele sangen mit.

 

Es war wichtig, in den Kurzreden und Diskussionen den imperialistischen Charakter der Türkei klar zu machen und dass die Befreiungskämpfer sich niemals auf irgendein imperialistisches Land verlassen dürfen. Um den Imperialismus zu besiegen, müssen wir uns die vereinigten sozialistischen Staaten der Welt erkämpfen. Mehrere Broschüren "Über die Herausbildung der neuimperialistischen Länder" und mehrere Exemplare des Parteiprogramms der MLPD wechselten den Besitzer. Eine Kurdin nahm die Fahne der MLPD, trug sie bis zum Schluss und will Mitglied werden.

 

Gegenpol zu der solidarischen und kämpferischen Demonstration war, dass der angemeldete Redner der ICOR nicht zu Wort kam. Die kleinbürgerlichen Führer in der Demoleitung schoben uns immer wieder ab und vertrösteten uns auf die nächste Kundgebung. Dann beendeten sie plötzlich die Demo und eine Besetzung des Gerhart-Hauptmann-Platzes wurde als neue Aktion begonnen - die Polizei wusste offensichtlich Bescheid, denn sie waren mit Wasserwerfer und zahlreichen Einsatzkräften vor Ort und umzingelten den Platz. Das Ganze dauerte wohl noch eine Stunde - wir beteiligten uns nicht daran.