Saarland

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Wirtschaftskrise erreicht saarländische Stahlindustrie

Mit drei Demonstrationen in der vergangenen Woche protestierten die saarländischen Stahlarbeiter gegen die Ankündigung der Vorstände von Saarstahl und Dillinger Hütte, dass diese die Vernichtung von 1500 Arbeitsplätzen und die Auslagerung weiterer 1000 Arbeitsplätzen in den nächsten drei Jahren planen.

gp

2500 Arbeitsplätze - das sind fast 18 Prozent der weltweit 14.000 Arbeitsplätze, davon 10.900 im Saarland.

Demonstration auch vor dem Saarbrücker Landtag

Bereits am 30. September demonstrierten 1000 Kollegen in Dillingen gegen die Arbeitsplatzvernichtung. Am 1. Oktober zogen 5000 Stahlarbeiter zum Teil in Begleitung ihrer Familien in drei Demonstrationszügen durch die Völklinger Innenstadt zur anschließenden dreistündigen Betriebsversammlung. Aus Solidarität waren auch einige Busfahrer der Saarbahn GmbH, die zurzeit streiken, nach Völklingen gekommen. Auch Vertrauensleute der ZF Getriebe GmbH in Saarbrücken waren anwesend. Dort droht ebenfalls die Vernichtung von Arbeitsplätzen.

 

Am 2. Oktober protestierten nochmals 1000 Stahlarbeiter vor dem Saarbrücker Landtag. Die bisherigen Erfahrungen der Stahlarbeiter zeigen, dass außer warmen Worten von den bürgerlichen Politikern nichts zu erwarten ist. Im Gegenteil: Sie haben im Bergbau die Arbeitsplatzvernichtung aktiv mitgetragen!

"Wir müssen zusammen kämpfen!"

Auf der Belegschaftsversammlung in Völklingen wurde der Vorstandsvorsitzende, Tim Hartmann, mit Buhrufen begrüßt. Besonders aufgebracht waren die Kollegen, dass Kollegen mit befristeten Verträgen nicht übernommen werden sollen: „Wir müssen keine Leute rauskicken, nur damit die Zahlen schwarz werden. Wir müssen zusammen kämpfen!“ Das geht aber nicht, wenn man Verständnis dafür hat, dass der Vorstand „sparen“ muss, wie es Lars Desgranges von der IG Metall Völklingen formulierte. Der Vorstand schließt betriebsbedingte Kündigung nicht aus.

Keine Abwälzung der Krisenlasten

Es ist nicht einzusehen, dass die Folgen der Krise und die dringend erforderlichen Umweltschutzmaßnahmen auf die Stahlarbeiter und die breiten Massen abgewälzt werden! Der Kampf für Arbeitsplätze und Umweltschutz muss auf Kosten der Profite erfolgen!