Herne

Herne

Gewalt gegen Antifaschisten? Das geht gar nicht!

Bei der Protestaktion mehrerer hundert Menschen am 22. Oktober gegen den faschistischen Aufmarsch der angeblichen „besorgten Bürger“ in der Herner City kam es zum Eklat.

Von Peter Weispfenning

Nach einer antifaschistischen Protestaktion incl. Demo versuchte Markus Dowe die MLPD-Fahne zu stehlen und – als das missglückte – zu zerstören. Dowe rempelte dazu gewaltsam den 73-jährigen Fahnenträger an. Er war früher einmal Bundestagskandidat für die Partei „Die Linke“, ist dort wohl aber schon länger nicht mehr aktiv. Er machte sich zum Handlanger der Unterdrückung revolutionärer Symbole, die sich auf Regierungskurs befindliche Repräsentanten von CDU oder SPD verschrecken könnten.

 

Parallel hatte eine organisierte Gruppe von ca. 30 Schreihälsen die Abschluss-Kundgebung mit dem skandieren des Slogans „Fahnen runter“ gestört. Dabei war eine viel gerufene Parole bei der Demo „Schulter an Schulter gegen den Faschismus“. Manchen ist ihr sorgsam gepflegter Antikommunismus offenbar erheblich wichtiger als eine gemeinsame antifaschistische Aktion.

 

Natürlich wurde gegen Markus Dowe noch vor Ort Strafanzeige wegen versuchtem Diebstahl, versuchter Sachbeschädigung und Nötigung gestellt. Der federführende Polizist erklärte klar und deutlich, dass natürlich bei einer Versammlung unter freiem Himmel jeder seine nicht verbotene Fahne tragen darf. Voller Unverständnis verließ ein Großteil der Leute die Kundgebung. Einzelne Unbelehrbare schrien noch, die Anzeige wäre „unsolidarisch“.

 

Kommunisten sollen sich unterdrücken, beleidigen, bestehlen, körperlich attackieren lassen – aber dagegen rechtlich vorgehen, das ist natürlich total „unsolidarisch“... Wie tief manche Pseudo-Linke gesunken sind! Auf Kritik stieß auch, dass es keinerlei öffentliche Solidarität der Verantwortlichen gab. Ich erwarte eine klare Verurteilung von Gewalt gegen und Diebstahl an Linken. Wer so etwas macht, hat in fortschrittlichen Kreisen nichts verloren.