Herne

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Faschistenaufmarsch fiel aus - Protest gegen organisierten antikommunistischen Eklat

In Herne fiel am gestrigen Dienstag, dem 29. Oktober 2019, der Aufmarsch der als „besorgte Bürger“ getarnten Faschisten aus! Obwohl sie aus dem ganzen Ruhrgebiet zusammengezogen werden, schaffen sie es nur noch alle zwei Wochen. Ein Erfolg des antifaschistischen Protests!

Korrespondenz
Faschistenaufmarsch fiel aus - Protest gegen organisierten antikommunistischen Eklat
Beschirmte Antikommunisten (rf-foto)

Am Abend demonstrierten wieder ca. 250 bis 300 gegen die Faschisten – und die Freude über den ersten Erfolg war groß. Jetzt muss es weitergehen.

 

Passend verteilte die MLPD heute ein aktuelles Flugblatt unter der Überschrift: „Gemeinsam gegen faschistische Aufmärsche!“ Dort heißt es u.a.: „Die MLPD setzt sich seit ihrer Gründung 1982 für das Verbot aller faschistischen Organisationen und ihrer Propaganda ein. Das schließt Aufmärsche wie in Herne ein. Der faschistischen Gefahr muss rechtzeitig durch einen breiten Widerstand über weltanschauliche Grenzen hinweg begegnet werden. Das erfordert eine Zusammenarbeit auf der Grundlage des Kampfs, auf Augenhöhe, wirkliche Überparteilichkeit und breite Demokratie.“

 

Wir informierten darin auch breit über die gewaltsame Attacke des Markus Dowe auf einen Fahnenträger der MLPD letzte Woche: „Gewalt gegen Antifaschisten - das geht gar nicht!“. Es enthält viele solidarischen Statements, bis hin zur früheren Fraktionsvorsitzenden der Partei "Die Linke" im NRW-Landtag, Bärbel Beuermann. Hier kann man das Flugblatt sehen, lesen und downloaden.

 

Statt den Widerstand gegen faschistische Aufmärsche und Organisationen ins Zentrum des Protests zu rücken, wurde dann als eine Art Hauptbeitrag gleich zu Beginn ein Statement des sogenannten Herner Bündnis gegen die MLPD vorgetragen. Es gab kein einziges Wort der Solidarität gegen die gewaltsame Attacke auf die MLPD, stattdessen antikommunistische Diffamierungen mit der Forderung, die MLPD-Fahne herunterzunehmen. Der Gipfel war noch, dass man die antifaschistischen Demonstranten zu „Gästen“ des „Herner Bündnis“ erklärte.

 

Es wurde von einem Verantwortlichen auch noch erklärt, dass man sein „Gastrecht“ nicht missbrauchen dürfte! Die Sprüche vom „Gastrecht“ kennt man ja normal aus einer ganz bestimmten Ecke ... Dass öffentliche Versammlungen in erster Linie Sache aller Teilnehmemerinnen und Teilnehmer sind, das ist einigen Organisatoren absolut zu viel Demokratie. Und wenn die MLPDler "Gäste" wären, dann sollte man sie wenigstens so behandeln. So schäbig behandelt doch sonst niemand "Gäste". Peter Weispfenning wurde jedes Recht auf eine Gegenrede verweigert.

 

Währenddessen umzingelten ca. 20 bis 30 Leute organisiert und vorbereitet mit Regenschirmen (um die Fahnen usw. unkenntlich zu machen) die als Kommunisten ausgemachte Gruppe. Sie rempelten, rückten voll auf die Pelle. Genauso bedrängt wurde ein Aktivist aus der Friedensbewegung - weil er eine "Pace"-(Frieden)Fahne trug. Klar, wenn Antikommunisten so aggressiv vorgehen, wollen sie auch nicht an Frieden erinnert werden.

 

Eine richtige Pogromstimmung wurde organisiert, und das auf einer antifaschistischen Aktion. Da ging dann sogar die Polizei dazwischen. Wir ließen uns nicht provozieren, diskutierten, riefen in Pausen Parolen und sangen („Trag Deine Fahne, trau es Dir zu ...“).

 

Statt sich für seine gewalttätige Aktion zu entschuldigen, erstattete der entlarvte Markus Dowe Anzeige wegen des MLPD-Flugblatts. Die Polizei traute sich aber nicht, es zu beschlagnahmen. So wurde es weiter verteilt, viel diskutiert usw. Bei der Demo riefen wir antifaschistische Parolen und viele riefen mit. Eine kleine Gruppe pöbelte ständig und wollte sogar die Sprechchöre wie „Alle zusammen gegen den Faschismus“ übertönen. Sogar noch, als die Demo zu einer Kneipe kam, vor der Faschisten provozierten.

 

„Wir und die meisten sind heute auf der Straße gegen die Faschisten, ihr unterdrückt antifaschistische Parolen aus reinem Antikommunismus – schämt Ihr Euch nicht?“ mussten sich diese Leute gefallen lassen. Die versammelten Antikommunisten leisteten dem antifaschistischen Protest einen Bärendienst, in dem sie offen den antifaschistischen Widerstand spalteten.

 

Am Ende nahmen beim Gehen die Mehrheit der Protestierenden Flyer zu den wahren Hintergründen mit. Der Abend war ein Achtungserfolg des konsequenten Antifaschismus!

 

Hier gibt es das Flugblatt der MLPD als pdf-Datei