Herne

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Erfolg für überparteilichen antifaschistischen Protest

In Herne haben am Dienstagabend, 5. November, wieder mehrere Hundert Bürgerinnen und Bürger gegen den Aufmarsch der Faschisten, darunter erneut Mitglieder der "Steeler Jungs" aus Essen, protestiert.

Korrespondenz aus Herne
Erfolg für überparteilichen antifaschistischen Protest
(rf-foto)

Dabei wurde ein kämpferisches Zeichen gegen Faschismus, aber auch gegen die undemokratischen Ausgrenzungsversuche gegen die MLPD und das "Fahnenverbot" gesetzt. So waren diesmal auch aktive Gewerkschafter mit ihren Fahnen gekommen. Völlig zu Recht, ist doch der antifaschistische Kampf nach den Erfahrungen aus dem Hitler-Faschismus ein wichtiges Anliegen der organisierten Arbeiterbewegung. Auffallend war, dass sich die Antikommunisten diesmal nicht getraut haben, einen der Fahnenträger zu attackieren.

 

Die MLPD hatte bereits vor der Kundgebung ein aktuelles Flugblatt unter dem Titel "Gegen faschistische Gefahr - für demokratische Überparteilichkeit contra undemokratische Unterdrückung von Parteien" breit verteilt. Darin heißt es unter anderem: "Gegen die faschistische Gefahr ist eine überparteiliche Zusammenarbeit das Gebot der Stunde.

 

Sie ist eine grundsätzliche Lehre aus dem Sieg des Hitler-Faschismus gegen eine gespaltene Arbeiterbewegung. Nach dem II. Weltkrieg blühte in Deutschland zeitweise die Überparteilichkeit auf – als gleichberechtigte Zusammenarbeit aller demokratischen Parteien und Organisationen mit vielen anderen Menschen. Die Unterdrückung von revolutionären Parteien zerstört dagegen jede Überparteilichkeit und garantiert nur die Dominanz der nach rechts gerückten bürgerlichen Politiker und Parteien – und das ist auch ihr Zweck!" Es stieß mit mehr als 250 verteilten Exemplaren auf großes Interesse.

 

Auffallend war diesmal auch eine größere Beteiligung von Jugendlichen. Die Faschisten wurden bei ihrem Vorbeimarsch mit antifaschistischen Rufparolen am offenen Mikrofon lautstark empfangen. Ein Ordner des Herner Bündnisses, der - aus rein antikommunistischen Motiven - versuchte, die Parolen mit Marschmusik (!) aus einem Megaphon zu übertönen, stieß auf wachsendes Unverständnis und Protest der Umstehenden. Schließlich zog er ab.

 

Da das "Herner Bündnis" ein antifaschistisches Comedy-Programm, aber keine Demonstration organisiert hatte, wurde zum Abschluss noch ein spontaner Demonstrationszug mit offenem Mikrofon von MLPD, Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern, Jugendlichen sowie weiteren Mitstreiterinnen und Mitstreitern über die Herner Bahnhofstraße organisiert.

 

Dabei bestand Einigkeit, dass ein aktiver Widerstand gegen die Faschistenaufmärsche entwickelt werden muss. Ihnen darf nicht die Straße überlassen werden. Dieser Abend war ein Erfolg für die überparteiliche Zusammenarbeit gegen Faschismus und Rassismus. In diesem Sinne muss es jetzt weitergehen.