Schwäbisch Gmünd

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Kämpferischer Protest bei Bosch AS

Etwa 1000 Boschler und Kolleginnen und Kollegen aus anderen Betrieben protestierten am Freitag, dem 8. November, vor dem Haupttor von Bosch Automotive Steering in Schwäbisch Gmünd.

Korrespondenz
Kämpferischer Protest bei Bosch AS
(rf-foto)

In einer kämpferischen Kundgebung machten sie deutlich, dass sie nicht bereit sind, Erpressungen von Bosch hinzunehmen. Die Konzernleitung will bis Jahresende ein weiteres Abkommen zum Personalabbau erzwingen. Bereits 2017 hatte Bosch der Belegschaft einen Standortvertrag abgepresst, der die Vernichtung von 760 Arbeitsplätzen vorsieht. Jetzt soll „schnell“ ein weiterer Abbau von 1000 Arbeitsplätzen mit dem Betriebsrat vereinbart werden, sonst wäre Bosch „gezwungen, die Standortvereinbarung zu kündigen. Damit wären betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr ausgeschlossen“, so die Pressesprecherin von Bosch AS am 2. November.

 

Heuchlerisch erfolgt standardmäßig das Bekenntnis zum Standort Schwäbisch Gmünd. Hintergrund für diesen Angriff ist die Abwälzung der Krisenlasten infolge des von Bosch wesentlich mitverantworteten Diesel-Betrugs und des Übergangs in eine Weltwirtschaftskrise mit rückläufigen Absatzzahlen in der Automobilindustrie. Bosch nutzt die Internationalisierung der Produktion, um in Billiglohnländer zu verlagern.

 

Betriebsrat und VK-Leitung schlugen kämpferische Töne an. Sie pochen darauf, dass „Verträge eingehalten werden müssen.“ Aber schon der erste Standortvertrag ist ein reines Personalabbau-Programm und war schon 2017 von einer Minderheit kritisiert worden. Jetzt kommt es darauf an, sich nicht wieder unter Druck setzen zu lassen, sondern den gemeinsamen Kampf im Bosch-Konzern aufzunehmen.