Demokratische Republik Kongo

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Ebola und der Zynismus des Finanzkapitals

Seit 2018 wütet eine Ebola-Epidemie im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo).

Von rem

Diese Epidemie hat schon über 2000 Menschen das Leben gekostet. „Unser Land ist sowieso in den Fängen einer immer wieder ausbrechenden Krise“, so ein CPL-Korrespondent¹ aus der DR Kongo gegenüber Rote Fahne News: „Wir haben zu wenig Gesundheitseinrichtungen mit der notwendigen Ausstattung. Ärzte und Pflegepersonal verlassen oft ihren Arbeitsplatz und müssen woanders arbeiten, weil sie ihre Gehälter nicht ausbezahlt bekommen. Weitere Epidemien wie Masern, Cholera, Typhus grassieren und machen das Leben für Millionen Menschen zum Alptraum.“

 

Eigentlich hätte beim Ebola-Ausbruch der Weltbank-Hilfsfonds PEF sofort einspringen müssen. Dieser wurde nach dem G7-Gipfel 2017 in Elmau eingerichtet. Bei Ausbruch von Epidemien soll er Sofortgelder bereitstellen, um die Zeit zu überbrücken, bis Spenden eintreffen. Die Finanzierung erfolgt über Privatanleihen bei der Weltbank im Wert von 320 Millionen Dollar. Bleiben Seuchen aus, erhalten die Anleger 2020 ihr Geld zurück. Kommt es zu Epidemien und das Geld wird eingesetzt, sind sie es los. Für dieses Risiko kassieren sie traumhafte Zinsen zwischen 10 und 13 Prozent. Diese zahlen die Regierungen Japans und Deutschlands, also aus unseren Steuergeldern.

 

Wer aber dachte, der Ebola-Ausbruch im Kongo ist jetzt genau der richtige Anlass für den Einsatz dieser PEF-Gelder, rechnet nicht mit dem Zynismus des internationalen Finanzkapitals: Kein Cent ist geflossen. In den Anlage-Bedingungen steht nämlich, dass nur Geld fließt, wenn die Seuche auf mindestens zwei Nachbarländer übergesprungen ist und in einem festen Zeitraum je 20 Menschen daran starben. Pech für die zu Tausenden Erkrankten im Kongo: Bisher sprang Ebola „nur“ auf Uganda über mit „nur“ einigen Toten ... Also werden die Anleger wohl ihr Geld reichlich vermehrt bald zurück erhalten.

 

Im kommenden Rote Fahne Magazin (erscheint am 22. November) veröffentlichen wir ein ausführliches Interview mit einem Vertreter des Kongresses der Fortschrittskräfte für die Befreiung  des Kongo (CPL). Der Titel ist "Die Massen wollen eine entscheidende Rolle spielen". Das Magazin kann schon heute für 2,50 Euro bestellt (0201-25915 bzw. vertrieb@neuerweg.de) oder ab Donnerstag für 2 Euro als PDF im Webshop von people-to-people.de gekauft werden.