Saarbrücken

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Durch und durch unwürdige Behandlung der Belegschaft!

Eiskalt werden 600 Arbeitsplätze beim insolventen Automobilzulieferer Saarbrücker Gusswerke (früher Halberg-Guss) vernichtet.

Korrespondenz

Auf der Betriebsversammlung am Mittwoch, dem 27. November 2019, teilte Insolvenzverwalter Abel den bestürzten Kolleginnen und Kollegen mit, dass von 1.000 Beschäftigten 600 gekündigt und sofort freigestellt werden. Grund sei die kurzfristige Ablehnung von Aufträgen durch General Motors. In einer Liste konnten die Kollegen nachsehen, ob sie dabei sind oder weiter arbeiten können. Manche Grenzgänger hatten davon gar nichts erfahren und kamen am nächsten Morgen auf die Frühschicht, um zu hören, dass sie rausgeschmissen sind.

 

Was für eine unwürdige Behandlung dieser kampferprobten Belegschaft! Vor Kurzem erst hatten sie wochenlang für ihre Arbeitsplätze gestreikt. Die Schockmethode des Insolvenzverwalters soll bewirken, dass kein organisierter Widerstand aufkommt. So kann man doch nicht mit Arbeitern umgehen, die teilweise über 40 Jahre gemeinsam die schwere und gesundheitsgefährdende Arbeit in der Gießerei geleistet haben.

 

Unter der Regie von VW und GM sowie der Beteiligung des berüchtigten zeitweiligen Eigners Prevent werden in der Wirtschaftskrise die Lebensbedingungen von Arbeiterfamilien ruiniert. Gleichzeitig entledigen sich diese Übermonopole mit ihren rüden Methoden der kampfstärksten Belegschaft in Saarbrücken. Aus Profitinteresse soll eine Traditionsgießerei in den Sand gesetzt werden, in der seit 260 Jahren produziert wird!

 

Um die Masse von sich arbeitslos Meldenden zu bewältigen, wurde in der Turnhalle Brebach eine Außenstelle der Agentur für Arbeit aufgebaut. Dort sollen auch die 200 Kolleginnen und Kollegen hinkommen, die im Juni vor der Insolvenz zugunsten einer Abfindung einen Aufhebungsvertrag unterschrieben hatten. Von der Abfindung haben sie noch keinen Cent gesehen! Es hört sich schon zynisch an, dass der einzige Interessent zum Kauf der Gießerei das Neunkircher Schrottunternehmen Ferraro Group ist, das bereits das Opelwerk in Bochum abgerissen hat.