Stahl

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Konzernweiter Stahlaktionstag am 3. Dezember in Duisburg

Auf der Bilanzpressekonferenz letzten Donnerstag, 21. November, stellte ThyssenKrupp seine Zahlen für das letzte Geschäftsjahr vor.

Korrespondenz

Der Konzern hat 260 Millionen Euro weniger Gewinn gemacht als im Jahr zuvor, also „nur noch“ 800 Millionen Euro. Das muss als Begründung dafür herhalten, dass der Vorstand alle Bereiche, in denen keine Maximalprofit erwirtschaftet werden, auf die Abschussliste setzt. Die Streichung jeder fünften Stelle im Autoanlagenbau, die Halbierung der Belegschaft in der Konzernzentrale. Der komplette Anlagenbau wird in seine Einzelteile zerlegt, entweder verkauft oder geschlossen.

Zerschlagung des ganzen Konzerns möglich

Während es bisher immer hieß, dass maximal 6.000 Arbeitsplätze vernichtet werden sollen, spricht der Vorstand jetzt schon von mindestens 6.000. Das zeigt die ganze Dimension, die bis zu einer Zerschlagung des ganzen Konzerns führen kann. Sie bereiten einen Börsengang oder Teilverkauf des profitablen Aufzugsgeschäft vor, bis hin zu einem Komplettverkauf. Es ist der einzige Bereich in dem ThyssenKrupp eine weltmarktbeherrschende Stellung einnimmt.

 

Vorstand und Landesregierung haben Angst vor einem neuen Kampf der Stahlarbeiter und der bewusstseinsbildenden Arbeit der MLPD. Die Landesregierung verspricht deshalb großmundig ein „Zukunftsprogramm für die Stahlindustrie“¹. Verschiedene innerbetriebliche Dämpfungsmaßnahmen sollen beruhigend wirken, während gleichzeitig eine Einschüchterungsstrategie gegenüber der Belegschaft geführt wird (mehr dazu im MLPD-Flugblatt aus Duisburg). Aus Angst vor einem gemeinsamen Kampf der Konzernbelegschaft trauen sie sich bis jetzt noch nicht, die Stahlarbeiter offen anzugreifen.

Am 3. Dezember Aufsichtsratssitzung

Die Pläne für den Stahlbereich sollen am 3. Dezember auf der Aufsichtsratssitzung von Steel Europe bekanntgegeben und beschlossen werden. Doch klar ist jetzt schon, dass sie überall Arbeitsplätze vernichten wollen und es Überlegungen zu weiteren Anlagenschließungen bis hin zu ganzen Standorten wie Hüttenheim gibt.

 

Alle Stahlkonzerne sind dazu übergegangen, mit Kurzarbeit und der Ankündigung von Entlassungen die Krisenlasten auf die Belegschaften abzuwälzen. ArcelorMittal ist von der Übernahme des ehemaligen Riva-Stahlwerks in Tarent in Italien mit 15.000 Beschäftigten zurückgetreten, dessen Schließung jetzt droht. Tata hat angekündigt, 3.000 Arbeitsplätze in Europa, davon 1.500 in Ijmuiden, zu vernichten. DEW hat Kurzarbeit für das Werk in Witten angekündigt, Outokumpo die Vernichtung von 150 Arbeitsplätzen in in Krefeld.

Stahlarbeiter müssen international gemeinsam kämpfen

Die Vertrauenskörperleitung der IG Metall bei TKSE Duisburg hat letzte Woche drei Protestwachen an Tor 1 organisiert. Mehrere Hundert Kollegen haben sich - teilweise während der Arbeitszeit - aktiv daran beteiligt und klar zum Ausdruck gebracht, dass eine Arbeitsplatzvernichtung nicht akzeptiert wird.

 

Die IG Metall ruft am 3. Dezember zu einem konzernweiten Aktionstag der Stahlarbeiter in Duisburg auf. An allen Stahlstandorten sollen die Anlagen runtergefahren werden, und die Stahlarbeiter, ihre Familien und die Bevölkerung sind aufgerufen, daran teilzunehmen. Es gibt eine Kundgebung, die um 11.55 Uhr beginnt, unter dem Motto: „Es ist kurz vor zwölf“. Die Kundgebung findet am ThyssenKrupp-Tor 1, Kaiser-Wilhelm Str., 47166 Duisburg statt. Die IG Metall fordert einen Tarifvertrag und lehnt Arbeitsplatzvernichtung ab. Das ist ein erster wichtiger Schritt für einen gemeinsamen Kampf der Konzernbelegschaft um ihre Arbeitsplätze und Umweltschutz.

 

Die MLPD und ihre Betriebsgruppen unterstützen den zu führenden Kampf der Stahlarbeiter und engagieren sich insbesondere für ihren internationalen Zusammenschluss.