Daimler Untertürkheim

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Nein zur Erpressung und viel Klärungsbedarf!

Bereits die Rekordbeteiligung an der Betriebsversammlung von 8340 Beschäftigten signalisierte, dass sich große Teile der Belegschaft gegen die „Spar“-pläne des Vorstandes stellen.

Korrespondenz aus Stuttgart
Nein zur Erpressung und viel Klärungsbedarf!
Das Daimler-Werk in Stuttgart-Untertürkheim (foto: MSeses (CC BY-SA 3.0))

Die Belegschaft, die sich zur Betriebsversammlung einfand, wurde dabei von der MLPD mit dem Flugblatt begrüßt: „Wir zahlen nicht für eure Krise“! „Ganz genau! So isch es!“, meinten nicht wenige. Mindestens 10.000 Arbeitsplätze will Daimler-Chef Ola Källenius für sein Versprechen gegenüber den Investoren und Großaktionären opfern, die gesunkene Umsatzrendite auch in der Krise wieder nach oben zu drücken.

Keine breite Zustimmung für Källenius

Källenius verstand es seine Kapitallogik mit „notwendigen Veränderungen und Anpassungen an den Umweltschutz“ zu kaschieren. Er mimte dabei den ehrlichen Vorstandsvorsitzenden, der zu seinen „unangenehmen Entscheidungen zum Überleben des Unternehmens stehe“. Einzelne Pfiffe zeigten aber, dass Källenius damit nicht auf breite Zustimmung stieß. So auch in den meisten der 28 Redebeiträge, in deren Rahmen die Erpressung der Werksleitung bei den Verhandlungen um den elektrischen Antriebsstrang eATS und das Bluten für die Krise abgelehnt wurde. Auch die Betriebsratsführung bekam viel Beifall für kämpferische Beiträge wie: „Wir laufen uns erst warm“. Weiter erklärte sie, dass sie auf der Grundlage der Forderungen von Daimler, wie zwei Tage Abzug für Qualifizierung und ein Tag weniger Urlaub“ nicht mehr weiter verhandeln will und deshalb Überstunden unter anderem nicht mehr genehmigt.

30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich als Klassenforderung

Das wurde auch im Beitrag einer Betriebsrätin der Offensive Metaller aufgegriffen. Gleichzeitig kritisierte sie den „Untertürkheimer Weg“ des Betriebsratsvorsitzenden Michael Häberle, der davon sprach, dass die Produktion des eATS hierher muss. Aber die Kollegen der anderen Werke oder beim Autozulieferer ZF brauchen ebenso Arbeitsplätze. Deshalb muss der Kampf um die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich als Klassenforderung jetzt auf die Tagesordnung!

 

Der Betriebsrat will die Versammlung fortsetzen, in deren Rahmen die weiteren angemeldeten 92 (!) Redebeiträge gehalten werden sollen. Allein das drückt eine wachsende Aktivität der Vertrauensleute aus. Die Betriebsgruppe der MLPD wird die Zeit nutzen, mit den Kolleginnen und Kollegen die Auseinandersetzung über die Dimension und Ursachen der verschiedenen kapitalistischen Krisen und der gesellschaftlichen Alternative zu führen und die Organisiertheit stärken. Auch braucht es ein Programm für den Kampf um Arbeitsplätze und Umweltschutz, auf Kosten der Profite.