Zollernalbkreis

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Revolutionäre Standpunkte erhalten Zuspruch bei Fridays for Future

Von einer erfolgreichen Fridays-for-Future-Aktion berichtet ein Korrespondent aus dem Zollernalbkreis:

Korrespondenz aus dem Zollernalbkreis
Revolutionäre Standpunkte erhalten Zuspruch bei Fridays for Future
Erfolgreiche FFF-Aktion am 20. September in Albstadt (rf-foto)

Moderator einer Fridays-for-Future-Aktion (FFF) im Zollernalbkreis war ein Mitglied des Jugendverbands REBELL zusammen mit einem jungen Mädchen vom ehemaligen Orga-Team. Eine der örtlichen Zeitungen – so der Schwarzwälder Bote - will mit ihnen eine Interview machen. Das offene Mikrofon ist inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Die liquidatorischen Kräfte, die Fridays for Future am 25. Oktober gespalten hatten, sind nicht aufgetaucht.

Bunter Teilnehmerkreis

Anwesend waren auch viele ältere Menschen. Es sprachen verschiedene Leute, darunter auch ein Aktivist für die Regionalstadtbahn, ein SPD-Mitglied, ein Jugendlicher und einige andere. Es waren viele Mitglieder der Grünen da, die aber weder Flaggen dabei hatten noch am Mikrofon sprachen bzw. sich dort nicht als Grüne zu erkennen gaben.

 

Eine Frau hatte ein Lied auf die Melodie von „Bella Ciao“ dabei, welches gemeinsam gesungen wurde. Die Moderation hat die Überparteilichkeit, die demokratische Streitkultur und eine optimistische und kämpferische Stimmung souverän praktiziert.

Viel Beifall für Sprecherin der MLPD

Wir von der MLPD trugen das Transparent der Umweltgruppe und verteilten am Schluss den Klartextflyer „Rettet die Umwelt vor der Profitwirtschaft.“ Für die Umweltgruppe der MLPD sprach Renate Schmidt nach dem SPD-Mitglied. Sie griff den Kapitalismus und die Diktatur der Monopole an, die sich nur dann für umweltfreundliche Technologien interessieren, wenn sie damit Profite machen. Kritisch griff sie den Beitrag des Vorredners auf, der das eigene umweltbewusste Verhalten in den Mittelpunkt gestellt hatte.

 

Auch nahm sie kritisch Stellung zum Programm von FFF Baden-Württemberg, welches systemkonform ist und die Handschrift der Grünen trägt. Dahin wollten die Spalter FFF bringen: In brave reformistische Bahnen. Sie sprach sich dafür aus, dass revolutionäre, kapitalismuskritische Standpunkte und Organisationen sehr wichtig für die Umweltbewegung sind und sie kritisierte am Schluss die Ansage der Moderatorin, die am Anfang sagte, Flyer seien nicht erwünscht und „müssten auch nicht genommen werden“. Ihr Beitrag erhielt viel Beifall.

Ihr Beitrag war richtig wohltuend

Ein Teilnehmer von Fridays for Future

Danach kam ein Mann auf sie zu und sagte: „Ihr Beitrag war richtig wohltuend!“ Eine andere Frau kam danach und sagte: „Dann geben Sie mir mal ihr Kampfprogramm.“ Es gab keine Anfeindungen gegen das MLPD-Transparent oder die Flyer. Eine Lehrerin berichtete am offenen Mikrofon, dass es in ihrer Schule Gegenwind von Seiten der Kollegen gäbe, die Schüler für FFF zu mobilisieren.

Kontakte wurden geknüpft

Als die Aktion vorbei war, sprachen die Rebellen mit einem Jugendlichen und nahmen Kontakt auf. Es wurden Kontaktdaten ausgetauscht und der Jugendliche will bei der Vorbereitung der nächsten FFF-Aktion am 20. Dezember mitmachen.

 

Zu der gelungenen Aktion sagte eine Genossin: „Ich hatte das Gefühl, mit unserer fundierten kämpferischen Kapitalismuskritik rennen wir offene Türen ein und die Grünen sind in der Defensive. Es war insgesamt eine gute gemeinsame Sache und Spaltung hatte keine Chance.“