Großbritannien

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Spannende Wahlveranstaltung von George Galloway

Heute findet die Parlamentswahl in Großbritannien statt. Die folgende Korrespondenz gibt einen Einblick in die Diskussionen, die im Vorfeld unter den Massen stattfanden.

Von js
Spannende Wahlveranstaltung von George Galloway
"Mr. Brexit" George Galloway (links) (rf-foto)

Auf Einladung der Kommunistischen Partei Großbritanniens/Marxisten-Leninisten (CPGB/ML) besuchten wir am 22. November in West Bromwich eine Wahlveranstaltung des Einzelkandidaten George Galloway.

 

Als ehemaliger Labour-Abgeordneter, der für seine Kritik an der Stellung der Labour-Party zum Irak-Krieg aus der Partei ausgeschlossen wurde, steht er als „Mr. Brexit“ für den Austritt Großbritanniens aus der EU. Auch die CPGB/ML setzt sich für den Brexit ein.

Immer mehr Menschen haben nicht genug zu essen

West Bromwich - die Stadt im Großraum Birmingham ist als industrieller Ballungsraum geprägt von der ehemals verbreiteten Stahl- und Autoindustrie. Heute grassieren Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung und die Genossinnen und Genossen der CPGB/ML berichten, dass die Zahl der Familien zunimmt, die nicht genügend zu essen haben!

 

Im Veranstaltungsort, dem Working Men Social-Club, wird deutlich: Diese Brexit-Befürworter sind keinesfalls Reaktionäre oder Nationalisten, als was sie in den Medien in Deutschland gerne dargestellt werden.

Illusionäre Hoffnungen in den Brexit

Auf der Veranstaltung sind Arbeiterinnen und Arbeiter, Jugendliche, Frauen, die um die Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse kämpfen. Sie versprechen sich vom Brexit unter anderem neue Arbeitsplätze. Aber diese illusionären Hoffnungen binden die Massen an bestimmte Teile der britischen Bourgeoisie. So kann im berechtigten Kampf der Arbeiterinnen, Arbeiter und breiten Massen um ihre Interessen auch kleinbürgerlich-nationalistisches Gedankengut Einfluss nehmen. Vom Standpunkt der Arbeiterinteressen aus muss die spalterische Scheinalternative Austritt oder Verbleib in der EU grundsätzlich abgelehnt werden.

 

In der Diskussion brachten wird die grundsätzliche Kritik der MLPD am EU-Imperialismus ein, und die Losung „Rebellion gegen die EU ist gerechtfertigt“. Wir erklärten unsere Solidarität und betonten, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter in Deutschland, Großbritannien und Europa gemeinsam gegen den Imperialismus kämpfen müssen – das stieß auf große Offenheit und Zustimmung. Nach der Veranstaltung gab es noch viele Möglichkeiten, sich zu verbrüdern.