Türkei

Türkei

Student wegen Mütze, Buch und Brief zu fast zehn Jahren Haft verurteilt

Der 23-jährige Furkan Sevim, Student der Universität Eskişehir Anadolu für Kustgeschichte, wurde in der Türkei zu neun Jahren und neun Monaten Gefängnisstrafe wegen angeblicher Mitgliedschaft in der Revolutionären Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C) verurteilt.

Korrespondenz aus Augsburg

Der Grund für das Urteil: Die Polizei fand bei Furkan Sevim ein Buch, genauer: die Biografie von Ibrahim Kaypakkaya, dem Gründer der TKP/ML, einen Brief mit einem Zitat von Mahir Çayan, dem Gründer der THKP-C (eine der Vorläuferorganisationen der DHKP-C, Anm. d. Red.) und eine schwarze Mütze mit einem roten Stern wie sie Che Guevara getragen hat.

Der Student Furkan Sevim erklärte dazu:

"In unserem Land wird den Ungerechtigkeiten jeden Tag eine neue hinzugefügt. Was ich heute erlebt habe, ist nur eine von ihnen. Da bei dem Überfall der Polizei auf mein Haus während der ganzen Zeit keine greifbaren Beweise für ein Verbrechen gefunden werden konnten, wurde ein Verbrechen aus meinen Haushaltsgegenständen, Büchern und meiner Solidarität mit Nuriye Gülmen und Semih Özakça (türkische Aktivisten im Widerstand gegen das faschistische Regime, die mehrfach inhaftiert waren, Anm. d. Red.) kreiert."

 

Diese Absurdität ist leider alltäglich in der faschistischen Türkei, wie das Beispiel vom 24. Mai diesen Jahres im Hochsicherheitsgefängnis von Wan zeigt. Die Gefangenen dürfen dort keine Bilder von Fidel Castro und Ernesto Che Guevara besitzen. Nach Auffassung der Anstaltsleitung seien die Anführer der kubanischen Revolution Mitglieder in der DHKP-C.