Solingen

Solingen

Auflösung des Betriebsrates bei Borbet verhindern!

Borbet ist ein weltweit führendes Unternehmen in der Herstellung von Leichtmetallrädern für die Autoindustrie an weltweit neun Standorten. Einer davon ist Solingen mit 700 Beschäftigten. Dort soll auf Betreiben der Geschäftsführung der kämpferische Betriebsrat aufgelöst werden.

Korrespondenz aus Solingen
Auflösung des Betriebsrates bei Borbet verhindern!
Borbet-Betriebsräte mit ihren Anwälten - das Bild entstand am 31. Januar im Arbeitsgericht Solingen (rf-foto)

Die Geschäftsleitung stützt sich dabei auf rückschrittliche türkische AKP-Kräfte aus Teilen des Betriebsrates und der Belegschaft. Dem Antrag folgte das Solinger Arbeitsgericht am 4. Oktober und löste den Betriebsrat erstinstanzlich auf. Dagegen wehren sich sowohl Belegschaft als auch Betriebsrat (mehr dazu). Sie wollen in zweiter Instanz vor das Landesarbeitsgericht ziehen.


Die beabsichtigte Liquidation des fortschrittlichen Betriebsrates ist von bundesweiter Bedeutung. Allein im Oktober 2019 führte der Betriebsrat 58 Verfahren vor der Einigungsstelle oder dem Arbeitsgericht Solingen um die Rechte der Belegschaft mit dem absolutem Schwerpunkt, gegen die Einführung einer Vollkontischicht Widerstand zu leisten. Diese würde für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen zu erheblichen Lohneinbußen und gesundheitlichen Risiken führen.

Borbetianer nicht alleine

Mit ständigen Attacken auf Belegschaft und Betriebsrat wollen die Borbet-Geschäftsleitung und ihre Anwälte erreichen, dass diese ständig mit sich selbst beschäftigt sind, und den Durchblick über die Zusammenhänge im weltweiten kapitalistischen Ausbeutungssystem besonders in der Autoindustrie und ihren Zulieferern verstellen.

 

Mit ihren klassenkämpferischen Forderungen sind die Borbetianer aber nicht alleine, längst ist der Kampf um Arbeitsplätze, höhere Entlohnung, bessere Arbeitsbedingungen zu einem internationalen Anliegen der Automobilarbeiter geworden. Eine logische Schlussfolgerung daraus ist die Internationale Automobilarbeiterkonferenz, die 2020 in Südafrika stattfinden wird (mehr dazu).

Gewerkschaftliche und politische Mobilisierung entscheidend

Neben dem bevorstehenden Prozess vor dem Landesarbeitsgericht 2020 in Düsseldorf wird es von entscheidender Bedeutung sein, wie es gelingt, andere Belegschaften und auch die Öffentlichkeit gegen diesen Generalangriff auf Belegschaft und Betriebsrat zu sensibilisieren und zu mobilisieren.


Ein erster guter Ansatz für einen erfolgreichen Kampf war die Gründung eines Solidaritätskomitees in Solingen, mit dem die Belegschaft und Öffentlichkeit ihre ganze Kampfkraft mit bundesweiter Ausstrahlung und Solidarität entfalten können (mehr dazu). Solidaritätserklärungen können gerichtet werden an: sinan.alakus@borbet-solingen.de