Zum Tod von Jan Fedder

Zum Tod von Jan Fedder

„Fertig is Fertig, wenn ich sag is Fertig“

„Fertig is Fertig, wenn ich sag is Fertig“, so überschrieb seine Frau Marion die Traueranzeige für ihren Mann Jan Fedder. Treffender können auch viele Worte seine Lebenshaltung nicht ausdrücken.

Korrespondenz aus Hamburg
„Fertig is Fertig, wenn ich sag is Fertig“
Jan Fedder 2012 ( © JCS, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=85468504)

Am 30. Dezember 2019 starb Jan Fedder, ein Hamburger Urgestein. Er erlag im Alter von 64 Jahren einem Krebsleiden. Am heutigen 14. Januar 2020 wäre er 65 Jahre alt geworden.

 

Er war ein beliebter Schauspieler, weil er sich nicht verbiegen ließ und sagte, was er dachte. Er wuchs auf St. Pauli als Sohn eines Kneipenbesitzers auf. Er war ein Volksschauspieler. In mehr als 400 Produktionen wirkte er mit seinem norddeutschen Akzent mit, wobei "Neues aus Büttenwarder" mit Fedder als Bauer Brakelmann und Peter Heinrich Brix als dessen Kumpel "Adsche" im Norden Kult wurde. 1981 spielte er in "Das Boot" den Bootsmann Pilgrim.

 

Für vier Siegfried-Lenz-Verfilmungen stand er vor der Kamera und erhielt für seine Darstellung "Der Mann im Strom" 2006 den Deutschen Fernsehpreis. Als Bergungsinspektor und Taucher Johan Hinrichs, arbeitslos geworden mit 55, spielte er überzeugend das Schicksal eines Mannes, der sich noch nicht zum alten Eisen legen wollte. Ein Mann, der für seine Familie sorgen will, dem man aber auf Grund seines Alters alle Türen versperrt. Derartige Charaktere spielte er derart authentisch, als ob es seine eigene Geschichte sei. Dafür war er zu Recht beliebt und geschätzt.

 

Seit 1992 war er in der ARD-Serie "Großstadtrevier" als Hamburger Polizist Dirk Matthies zu sehen. Dass sich jetzt die Herren des Hamburger Senats das zunutze machen können, und mit der Auslage des Kondolenzbuchs in der Hamburger Davidswache Politik machen, liegt auch daran, dass er sich nie ausdrücklich politisch geäußert hat.

 

Für das sympathische Bild von den Polizisten, die sich wirklich um die einfachen Leute kümmern und die „schweren Jungs“ zu Recht hinter Gitter bringen, gibt es sicher im echten Leben Beispiele. Tatsache ist aber auch, dass bis zum heutigen Tag gegen angebliche Randalierer bei G20 Prozesse geführt werden, und gerade vor kurzem ein neues äußerst restriktives Polizeigesetz in Hamburg auf den Weg gebracht wurde.