Gesundheitsgefahren

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Coronavirus-Epidemie besorgt viele Menschen

Im Zeitraum Dezember/Anfang Januar trat das neuartige Coronavirus - offiziell 2019-nCoV genannt - erstmals in China auf. Es wurde inzwischen in rund 20 Staaten nachgewiesen.

Von gb / gos / dg
Coronavirus-Epidemie besorgt viele Menschen
Die aktuell um sich greifende Version 2019-nCoV ist eine mutierte Variante der Corona-Virengruppe (foto: gemeinfrei)

Weltweit sind inzwischen über 10.000 Infizierte gemeldet, von denen bis heute, 31. Januar, über 213 nach schwer verlaufender Lungenentzündung mit Multiorganversagen verstorben sind.1 Zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit können bis zu 14 Tage vergehen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen oder Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, während die Krankheit von jüngeren gesunden Menschen nach bisherigen Erkenntnissen durch die eigenen Abwehrkräfte überwunden werden kann. 

 

Das schwerwiegendste Problem ist, dass viele Infizierte keinerlei oder kaum Symptome aufweisen, aber vor dem deutlich sichtbaren Ausbruch der Krankheit schon Erreger weitergeben können. Das gab es bisher bei fast keiner Krankheit!

 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat inzwischen eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen. Damit sind schärfere international koordinierte Maßnahmen zu seiner Bekämpfung und weiteren Verbreitung verbunden.

Ausbruch im chinesischen Wuhan

Der Ausbruch der Epidemie erfolgte in der chinesischen Metropole Wuhan in der Provinz Hubei und wird nach offiziellen Angaben auf den Verzehr von Fledermäusen oder Flughunden zurückgeführt, die dort auf einem Wochenmarkt verkauft wurden. Nachweisbar belegt sind diese Angaben bisher nicht. Die Masse der Infizierten und Verstorbenen konzentriert sich auf China und die Provinz Hubei.

 

Inzwischen hat die chinesische Regierung 40 Millionen Bürger in Sperrzonen von der Außenwelt abgetrennt. Sportveranstaltungen und Fernverbindungen sind gestrichen. Ausländer werden von ihren Regierungen nach Hause geflogen. Die europäischen Fluglinien haben alle Flüge von und nach China für die nächste Zeit ausgesetzt.

 

Inzwischen gibt es Infizierte in Europa, Amerika und verschiedenen Ländern Asiens. In Deutschland sind fünf Infizierte bekannt, die alle beim gleichen Betrieb in Stockdorf (Bayern) arbeiten. Sie wurden in einem Münchner Klinikum isoliert. Der Kontakt erfolgte über eine aus China zurückgereiste Arbeitskollegin.

Wo kommt das Virus her?

Viel diskutiert wird die Frage, woher dieses Virus, das mit dem SARS-Virus verwandt ist, plötzlich kommt. Christian Lindmeier, Sprecher der WHO, dazu in den Tagesthemen: „Wir wissen nicht allzuviel über das Virus. ... Wenn wir das Virus nicht kennen, können wir auch keine Gegenmaßnahmen im großen Stil treffen."2 Ein Gegenmittel gibt es bisher nicht, es wird in frühestens einem Jahr erwartet.3 Möglicherweise - mit Hilfe der Kenntnisse über das SARS-Virus - auch früher. Dieses löste vor 17 Jahren das "schwere akute Atemwegssyndrom" aus. Von 8096 Fällen endeten damals 774 tödlich.

 

Grundsätzlich kann man natürliche Mutationen von Viren oder ihren Übergang von anderen Säugetieren und Vögeln auf den Menschen nicht ausschließen (siehe auch Schweinegrippe, Vogelgrippe). Aufhorchen lässt jedoch, dass sich das nationale Labor für Biosicherheit Chinas in Wuhan befindet. Das Labor in Wuhan ist nach Angaben der Tagesschau die einzige Einrichtung dieser Art in China, in der mit Biostoffen der höchsten Risikogruppe gearbeitet werde. Dazu würden Erreger von Ebola, Pocken und SARS zählen.

Chinas Regierung besorgt um Wirtschaftswachstum

Die weltweiten Beeinträchtigungen von Verkehr, Produktion und Handel führen zu einem deutlichen Nachgeben der Börsenkurse. Bis zu acht Prozent eingestürzt sind Aktien von Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern. Große Kaufhäuser werden in China aus Angst vor Ansteckungsgefahren gemieden. Die Regierung musste die chinesische Währung Renminbi bereits abwerten.

 

Die relativ rasche Reaktion der chinesischen Regierung hat ihren Grund weniger in der Sorge um die betroffenen Menschen, sondern vor allem in der Furcht vor weiteren wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen. Es gibt Schätzungen, dass das ohnehin schrumpfende Wirtschaftswachstum in Folge der Epidemie schon jetzt um mindestens ein Prozent zusätzlich zurückgehen wird.

Alle notwendigen Schutzmaßnahmen treffen!

Chinas Regierung reagiert damit aber auch auf den verbreiteten Unmut unter der Bevölkerung über das Herunterspielen der SARS-Epidemie und ihrer Folgen. Die zweifellos notwendige, demonstrative Entschlossenheit soll zugleich übertünchen, dass die gesundheitliche Versorgung vor allem in ländlichen Gebieten weiterhin katastrophal ist. Auf 7000 Chinesinnen und Chinesen kommt ein Arzt, aber nur wenn man in der Stadt wohnt. Im internationalen Vergleich kommt auf 2000 Menschen ein Arzt.

 

Die MLPD fordert, dass alle Informationen zu Herkunft und Natur des Virus offengelegt und die notwendigen Schutzmaßnahmen getroffen werden. Für Panik oder - wie teilweise berichtet - diskriminierendes Verhalten gegenüber Menschen chinesischer Herkunft gibt es keinerlei Rechtfertigung.