Tarifrunde

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Metall-Kapitalisten provozieren weiter

Die Unternehmerverbände Gesamtmetall und Südwestmetall begrüßen „die Bereitschaft der IG Metall, die ausgetrampelten Pfade zu verlassen und auf die üblichen Rituale in Tarifauseinandersetzungen zu verzichten“.

Gemeint ist das Moratorium, der Stillhaltepakt, den die IG-Metall-Führung den Kapitalisten für die bevorstehende Lohntarifrunde angeboten hat. Dafür wurde nach 2010 zum zweiten Mal in der Geschichte in der IG Metall auf eine konkrete Lohnforderung verzichtet!

 

Bereits im Rote Fahne News-Artikel vom 24. Januar wurde die Frage aufgeworfen, warum sich die Unternehmer verpflichten sollten, "keine einseitigen Maßnahmen zum Personalabbau" zu ergreifen, wenn nicht dafür gekämpft wird (mehr dazu). Die Bestätigung kommt nun prompt: „Die IG Metall solle keine überzogenen oder unerfüllbaren Erwartungen an die Gesprächsbereitschaft knüpfen. 'Wir als Verbände können keine verbindlichen Zusagen machen, die den Betrieben Maßnahmen zum Personalabbau, zu Ausgliederungen, Produktverlagerungen oder Standortschließungen untersagen.'“

Jetzt breite Kritikbewegung entfalten

Aber nicht genug. Die Unternehmerverbände stellen ihrerseits Forderungen. Sie möchten ein „'echtes Belastungsmoratorium' zwischen den Tarifpartnern mit einer Laufzeit von mindestens fünf Jahren“. Konkret zum Beispiel einen „fixen Gesamtprozentsatz möglicher Entgeltbestandteile“, am liebsten mit Einmalzahlungen, die nicht in die Tabelle einfließen.


Das würde herauskommen, wenn die Gewerkschaftsbasis dem Kapitulationskurs der IG-Metall-Führung folgt. Umso wichtiger, jetzt nicht mit Frust und Resignation oder gar Austritt aus der IG Metall zu reagieren. Notwendig ist vielmehr eine breite Kritikbewegung am Krisen-Co-Management des IG-Metall-Vorstands in Verbindung mit eigenen Forderungen und Initiativen. Das ist der Weg, um die Gewerkschaften zu Kampforganisationen zu machen!