Erfurt

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"Unteilbar"-Demo im Zeichen wachsender Kritik am Antikommunismus

18.000 Teilnehmer von Religion bis Revolution gingen gegen Faschismus und die Rechtsentwicklung der Regierung auf die Straße. Ein Meer von Fahnen und selbstgemalten Transparenten und Schildern wogte durch Erfurt.

Von MLPD-Landesleitung Thüringen
"Unteilbar"-Demo im Zeichen wachsender Kritik am Antikommunismus
Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Sonneberg auf der Demo in Erfurt (Foto: RF)

Hintergrund war die Wahl von Thomas Kemmerich (FDP) zum Ministerpräsidenten von Thüringen mit Hilfe der Stimmen der AfD. Das Internationalistische Bündnis, MLPD und REBELL waren mittendrin dabei.


Bundesweit aufgerufen hatten der DGB und das "Unteilbar"-Bündnis sowie verschiedene bürgerliche Parteien und Bündnisse. Neben der MLPD und dem REBELL waren SPD, Grüne, DKP, Linkspartei, FDJ, Fridays for Future, Seebrücke und viele weitere Organisationen auf der Demonstration vertreten.

"Steigbügelhalter der Rechten"

Während der Kundgebung hielten DGB-Gewerkschafter, Vertreter verschiedener Bündnisse und Glaubensrichtungen Redeiträge. Dabei gab es von einzelnen Gewerkschaftern, Einzelpersonen, Flüchtlingen kämpferische Redebeiträge. Karin Schrappe vom VVN-BDA Thüringen sagte: „Der Schwur von Buchenwald ist unsere Losung!“

 

Auch die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano schickte ein Grußwort, indem es hieß: „Die bürgerlichen Parteien haben sich zu Steigbügelhaltern der Rechten gemacht. Die Gleichstellung von rechts und links … hat mich ins KZ gebracht!“ Ein mutiges Zeichen gegen den Antikommunismus!

Beeindruckender Block der kämpferischen Opposition

Im Block der kämpferischen Opposition – des Internationalistischen Bündnisses, der MLPD und des REBELL gab es eine Vielzahl von Redebeiträgen am offenen Mikrofon. Es wurden antifaschistische Lieder gesungen, Gedichte vorgetragen, immer wieder unterbrochen von kämpferischen Parolen. Johanna Scheringer-Wright, Mitglied der Linkspartei und des letzten Landtags, übte eine scharfe Kritik an der Führung ihrer Partei.

 

Ein Skandal war, dass Ordner mit DGB-Binden die MLPD aus dem Parteien-Block hinausdrängen wollten, verbunden mit Beleidigungen, körperlichen Rempeleien usw. Mit solch einem liquidatorischen Vorgehen wird die wachsende Kritik am Antikommunismus und die Grußbotschaft von Esther Bejarano mit Füßen getreten.