"Stoßstange"

"Stoßstange"

Wie Daimler 10.000 Arbeitsplätze geräuschlos vernichten will

Daimler will mehr als 10.000 Arbeitsplätze vernichten. Dazu hat der Vorstand Ende 2019 mit dem Gesamtbetriebsrat eine Betriebsvereinbarung getroffen, die Abfindungs-, Altersteilzeit und Frühpensionierungsangebote vorsieht.

Korrespondenz aus Stuttgart
Wie Daimler 10.000 Arbeitsplätze geräuschlos vernichten will
(foto: Daimler AG (CC BY-NC-ND 2.0))

Die Stoßstange - Zeitung von Kolleginnen und Kollegen für Kolleginnen und Kollegen aller Daimler-Werke - setzt sich damit unter der Überschrift „Nur raus aus dem Laden oder Kampf um jeden Arbeitsplatz?" auseinander:

 

"Viele, meist ältere Kollegen haben schon länger darauf gewartet, dass die Details der Ende 2019 von Gesamtbetriebsrat und Vorstand abgeschlossenen GBV1 ‚Move‘ bekannt werden. Nach vielen Jahren mit steigender Arbeitshetze, schlechter Personalführung und fehlender ‚Wertschätzung‘ gibts bei vielen Kollegen den Wunsch nach frühzeitigem Ausscheiden aus der Firma.

 

Das weiß natürlich auch Daimler, der mit diesem ‚unmoralischen Angebot‘ oder dem ‚süßen Gift‘ einen Teil des angestrebten Personalabbaus von mindestens 10.000 Arbeitsplätzen anstrebt. Das ist für ihn immer noch billiger und politisch besser; denn stellt euch mal vor, was los wäre, wenn es zu offenen Entlassungen kommen würde!

 

Aber auch ohne ‚betriebliche Kündigungen‘, die bei GBV ‚Move‘ ausgeschlossen sind, verschlechtert jeder vernichtete Arbeitsplatz die Berufsaussichten unserer Jugend. Konkret: Was heißt das für die Übernahme der Azubis nach der Lehre? Und schon jetzt gibt es Pläne, dass im Ausbildungszentrum Brühl 16 Prozent der Ausbildungsplätze gestrichen werden sollen.

 

Statt Arbeitsplatzvernichtung und Überausbeutung – Kampf um jeden Arbeitsplatz! Erhöhung der Ausbildungsquote auf 10 Prozent und Übernahme aller Azubis entsprechend der Ausbildung!“