Berlin, Brandenburger Tor

Berlin, Brandenburger Tor

Trauer und Wut über den faschistischen Anschlag von Hanau

Gestern Abend am Brandenburger Tor in Berlin. Wir nehmen mit einigen Genossen der MLPD und Freundinnen an der Mahnwache für die Opfer des faschistischen Anschlags in Hanau teil. Vielleicht tausend Menschen. Die Trauer herrscht vor. Alles ist sehr leise, keine Ansprachen, keine Proteste. Das ist von SPD, Grüne, FDP so gewollt, sie haben aufgerufen.

Korrespondenz

Spitzenpolitiker dieser Parteien stehen im Kreis und lassen sich interviewen - gut und schön, aber eine Freundin sagt zu Recht: "Das ist mir viel zu lahm hier! Wir müssen protestieren!"

 

Unsere Schilder: "Für Verbot aller faschistischen Organisationen!" "Null Toleranz für Rassismus!" erregen Aufmerksamkeit. Mehrere ausländische Sender wollen Statements von uns. Zwei deutsche Fernsehsender richten schon ihre Kameras auf uns, und es sieht im ersten Moment so aus, als wollten sie uns interviewen. Dann plötzlich Kameraschwenk. Nicht die MLPD. Wir verteilen ca 100 Anti- AFD Broschüren gegen Spenden und diskutieren viel. Die These, dass hier ein verwirrter Einzeltäter am Werk war, wird selbst von bürgerlichen Kräften nicht mehr vertreten. Die Mehrheit ist mit uns der Auffassung, dass die AfD dem Faschismus den Weg ebnet.

 

Auffällig: 50 Prozent meckern, dass sie von der MLPD nichts wollen oder ähnliches. Aber andere sind aufgewühlt und finden unseren klaren Standpunkt gut. Wir brauchen parteiübergreifend und über unterschiedliche Meinungen hinweg die Einheit im antifaschistischen Kampf. Gib Antikommunismus keine Chance!