Krefeld

Krefeld

Vertrauensleute bei Siemens diskutieren ihre Forderung in der Lohntarifrunde

Im Januar gab es die ersten Diskussionen, welche Forderung zur Tarifrunde aufgestellt werden soll. Aus einem anderen Betrieb kam die Anregung nach einer einheitlichen Erhöhung für alle Entgeltgruppen, damit die Schere nicht weiter auseinanderklafft. Und - wichtig in diesen unsicheren Zeiten - die Laufzeit sollte zwölf Monate sein.

Korrespondenz

Auf der Vertrauensleutesitzung gab es dazu gegensätzliche Positionen: „Heute muss man froh sein, wenn man behält, was man hat.“ So ähnlich sehe das auch der IG-Metall-Vorstand ...

 

Andere hielten dagegen: „Wir müssen von dem ausgehen, was wir brauchen.“ „Will der Vorstand etwa die Unternehmer fragen, was sie uns freiwillig geben?“ Die Mehrheit stimmte schließlich für: 200 Euro mehr pro Monat für alle bei zwölf Monaten Laufzeit; zusätzlich ein Bonus für IG-Metall-Mitglieder. Diese Forderung ging als Empfehlung an die Tarifkommission und sie wird jetzt im Werk bekannt gemacht.

 

Inzwischen hat der IG-Metall-Vorstand sein Vorgehen zur Tarifrunde vorgestellt: Angesichts der Wirtschaftskrise soll es lediglich einen Inflationsausgleich geben. Vor allem sollen Regelungen für einen "fairen Wandel" zu den Herausforderungen der Zukunft getroffen werden, Elektromobilität und Digitalisierung. Dieser Plan transportiert eine kleinbürgerlich-reformistische Denkweise, die Folgen der Überproduktions- und Strukturkrisen könnten für beide Seiten erträglich gehalten werden.

 

Jetzt gibt es zwei gegensätzliche Signale im Betrieb. Eins von der Gewerkschaftsbasis, das bedeutet: selbst aktiv werden, volle gewerkschaftliche Kampfkraft einsetzen! Und eins vom IG-Metall-Vorstand, das bedeutet: dem Druck der Unternehmerverbände nachgeben für Versprechen, die nichts wert sind. Eine spannende Diskussion darüber ist eröffnet, wie sich die Kolleginnen und Kollegen in dieser Situation positionieren.