Faschistischer Terror

Faschistischer Terror

Vor-Ort-Bericht aus Hanau

Die „Rote Fahne“ Redaktion erreichte der folgende Bericht direkt aus Hanau:

Korrespondenz

Im Stadtteil Kesselstadt, wo der Täter als letztes um sich geschossen hat, hat er auch gewohnt. Alle, mit denen ich gesprochen habe, betonten, wie friedlich und nachbarschaftlich das Zusammenleben unterschiedlicher Nationen dort ist. Diese Leute waren völlig empört und entsetzt über diesen faschistischen Anschlag.

 

Alle, sowohl in der Innenstadt als auch in Kesselstadt, hielten es für unmöglich, dass diese Tat von einem Einzeltäter begangen wurde. Das bezog sich auch auf die Geschwindigkeit, mit der das an verschiedene Stellen stattgefunden hat. Eine Frau stellte die faschistische Weltanschauung als Motiv für die Tat infrage, und meinte, es könne auch eine Aktion im Drogenmilieu sein. Das heißt, die rechte Medienberichterstattung, die vom Faschismus ablenken will, wirkt bei Einzelnen auch.

 

Der Gedanke der antifaschistischen Einheitsfront traf auf breite Zustimmung, aber auch auf Skepsis, ob das realisierbar sei. Viele hielten es für notwendig, stellten aber auch die Frage in den Raum, ob das wohl gehe. Auffallend war, dass einige Jugendliche die Begriffe „Faschismus“ und „Antifaschismus“ überhaupt nicht kannten. Sie formulierten ihre Ablehnung des "Rechtsradikalismus".

 

Als ich dort war, war Innenminister Horst Seehofer (CSU) gerade vor Ort. Außerdem viele ausländische Medien, die alle sehr auf Seehofers Statement fokussiert waren und wenig mit der Bevölkerung sprachen. Viele Hanauerinnen und Hanauer kritisierten, dass mehr Polizei jetzt für Seehofer im Einsatz sei, als sonst im restlichen Jahr in Hanau.

 

Heute Abend findet auf dem Marktplatz eine Kundgebung statt. Dort wird Claus Kaminsky (SPD), der Oberbürgermeister von Hanau, sprechen. Das Medienaufgebot hier auf dem Marktplatz ist groß.

 

Die MLPD wird heute Abend hier sein. Ich bin seit drei Stunden hier und rede mit den Leuten.