Leserbrief Lenin-Statue

Leserbrief Lenin-Statue

Denkmäler in Gelsenkirchen, über die es sich nachzudenken lohnt

Der folgende Leserbrief in Sachen Horster Lenin-Statue wurde an die "WAZ" Gelsenkichen und an den "Stadtspiegel" Gelsenkirchen geschrieben:

Denkmäler in Gelsenkirchen, über die es sich nachzudenken lohnt
Lenin-Denkmal in Schwerin (foto: Niteshift (CC BY 2.5)

Heftige Aufregung im Blätterwald – und bei Bau- und Denkmalbehörde – über den Plan der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands auf ihrem Grundstück in Horst eine Lenin-Statue zu errichten.

 

Nun gibt es ja diverse Denkmäler in Gelsenkirchen, über die es sich nachzudenken lohnt. Ein Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Resse, diverse Kriegerdenkmäler, unter anderem vor der Grilloschule und an der Wiehagenschule ... Nicht zuletzt fällt mir das Herkules-Denkmal auf der Zeche Nordstern ein. Dieser Halbgott ist mit seinen 18 Metern und dickem Kopf schwerlich vergleichbar mit der gerade einmal zwei Meter großen Lenin-Figur.

 

Und dennoch gibt es Gemeinsamkeiten. Um vom Halb- zum Ganzgott werden zu können, musste Herkules unter anderem den total verdreckten Rinderstall des Augias ausmisten – und tat das mit einem Trick, indem er Flusswasser hindurchrauschen ließ.

 

Und Lenin? Auch er hat einen Augiasstall ausgemistet. Mit der Oktoberrevolution 1917 für das russische Volk den Krieg beendet, an die Bauern Land verteilt, atemberaubende Fortschritte, nicht zuletzt für die Frauen, angepackt. Die Oktoberrevolution selber forderte – weil gut vorbereitet und von den breiten Massen getragen – relativ wenige Opfer. Erst der Überfall von 14 ausländischen Mächten, die mit Hilfe von Klerus und Großgrundbesitzern das erste sozialistische Land der Welt zerschmettern wollten, folgte ein opferreicher – aber schließlich siegreicher Bürgerkrieg. Das Nachdenken über Denkmäler – und für wen sie stehen – lohnt.