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"Grenzenlos pietätlos"

Der Tod eines Arbeiters bei VW und der völlig pietätlose Umgang seitens VW, den die Kollegenzeitung "Vorwärtsgang" öffentlich gemacht hatte, schlägt aktuell in den Medien Wellen.

Von ffz
"Grenzenlos pietätlos"

Selbst bis in die Schweiz wird mittlerweile über den Vorfall des Tods eines Kollegen an der Linie von VW in Wolfsburg berichtet. Kollegen schreiben im Vorwärtsgang: ..."Am Dienstag, den 10. Dezember 2019, brach der Kollege A., 59 Jahre alt, während der Nachtschicht ... mit Herzinfarkt tot zusammen! Bis der Notarzt und die Polizei ihre Arbeit beendeten und ein Bestatter den Verstorbenen abholte, lag dieser für mindesten zwei Stunden an der Linie ... Die Kollegen mussten dann an ihm vorbei fahren, um die Linie zu versorgen. Als sich einige über diesen Zustand erregten, wurden sie vom Meister mit den Worten zur Arbeit geschickt: 'Der ist eh tot, der merkt nichts mehr!'. Ein weiterer merkte noch an: 'Wenn die Alten sterben, ist mehr Platz für die Jüngeren!...'.

 

Verständlich dass dieses asoziale und herzlose Verhalten berechtigt für Wut und Empörung sorgt. Noch unsäglicher ist allerdings die Begründung seitens der VW-Spitze. Redakteuren des Onlineportals regionalHeute.de hatten zu dem Vorfall recherchiert, nachdem der Artikel aus dem Vorwärtsgang durch die sozialen Medien ging. Ihnen erklärte ein VW-Sprecher: "Ein Stopp der Linie hätte 'einen Rattenschwanz' nach sich gezogen, der sich auch auf die Bänder davor und dahinter ausgewirkt hätte ... Und ... ergänzt, dass das Flugzeug auch weiterfliege, wenn darin jemand stirbt und auch die Bahn bis zum nächsten Bahnhof weiterfahre."

 

Kurz gesagt: Stirbt ein Arbeiter bei VW an der Linie fällt halt eine Arbeitskraft aus, und die anderen müssen selbstverständlich in Gegenwart der Leiche weiterarbeiten, damit der Verlust (für VW) nicht so groß ausfällt. Das Wesen der kapitalistischen Gesetzmäßigkeiten tritt in Erscheinung ... Oder wie es der VW-Sprecher gegenüber regionalHeute erklärte: "Pietätvoller als es abgelaufen ist, kann man es nicht machen!"

 

Hier der Artikel von regionalHeute.de!