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Über 200 Daimler-Beschäftigte marschieren zum Betriebsrat

Am Dienstag, den 11. März, haben 200 bis 250 Kolleginnen und Kollegen bei Daimler in Düsseldorf die Arbeit für etwa 45 Minuten niedergelegt.

Korrespondenz aus Düsseldorf

Der selbständige Streik hatte die Form einer „Betriebsrats-Info“. Aus allen drei großen Gewerken, dem Rohbau, der Lackierei und der Fahrzeugmontage marschierten sie zum Betriebsratsbüro. Auch einzelne Angestellte nahmen teil. Offizieller Anlass war das Bedürfnis, sich zu „informieren“, auch weil die reguläre Betriebsversammlung verschoben wurde.

 

Den meisten Kolleginnen und Kollegen ging es darum, ein Zeichen zu setzen, vor allem gegen die zunehmende Flexibilisierung und die Erpressung der Belegschaft, das Unterdrucksetzen der Leiharbeitskollegen und weiterer befristeter Beschäftigter durch die Werksleitung und den Daimler-Vorstand. Dem gingen unzählige und intensive Diskussionen voraus. Meist waren es die Vertrauensleute der IG Metall, die dafür Überzeugungsarbeit leisteten.

"Flexi-Quote" extrem hoch

Im Düsseldorfer Sprinterwerk arbeiten rund 1.700 Kolleginnen und Kollegen als Leiharbeiter bzw. mit Zeitverträgen. Die Werksleitung hat die Verträge nur noch drei Monate, bis Ende März 2020, verlängert. Der Vorstand will damit zugleich weitere Zugeständnisse erpressen.

 

Dabei ist im Düsseldorfer Werk die „Flexi-Quote“ (Anteil von Leiharbeitern und Zeitverträge an der Belegschaft in der Produktion) seit Jahren extrem hoch. Je nach Rechenart zwischen 30 und 40 Prozent. Und das, obwohl eigentlich eine Gesamtbetriebsvereinbarung im Gesamtkonzern diese auf 8 Prozent begrenzt. Einer Abweichung davon stimmte der Betriebsrat mit knapper Mehrheit zu. Diese endet Ende 2020.

Weitere Kampfmaßnahmen nötig

Es entfaltet sich die Debatte, dass wir trotz ungewisser Vorhersagen für die Zukunft für Festverträge kämpfen, ohne Zugeständnisse für weitere Flexibilisierung zu machen. Es haben sich auch Kolleginnen und Kollegen von Leihfirmen und mit Zeitverträgen beteiligt und damit Ängste überwunden. Die Erkenntnis wächst, dass wir es selbst in die Hand nehmen müssen und stärkere Kampfmaßnahmen nötig sind.