Corona

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„Was ist mit den Patienten?“

Mit dem seit Jahren aus Profitgründen konservierten Personalmangel in deutschen Krankenhäusern? Gerade mal 1,5 Milliarden Euro hätte es pro Jahr gekostet 30.000 neue Pflegekräfte einzustellen.

Korrespondenz aus Duisburg

Auch ohne Corona ist das Arbeiten im Krankenhaus ein täglicher Überlebenskampf. Nicht umsonst haben wir das mit unserer Gewerkschaft ver.di seit Jahren auf der Tagesordnung und kämpfen um mehr Personal und für bessere Arbeitsbedingungen.

 

Bereits im Jahr 2017 mussten schon auf 76 Prozent der Intensivstationen immer wieder Betten gesperrt werden. Patienten werden abgewiesen – und müssen hoffen, irgendwo anders ein Intensivbett zu finden. Und das, weil schlichtweg das Personal fehlt.

 

Solche Aufnahmestopps sind in Zeiten der Coronavirus-Krise (noch) unvorstellbar. Unsere Sorge als Pflegepersonal und Ärzte ist, ob es bei weiterer Ausbreitung der Epidemie noch genug Plätze mit Beatmungsgeräten geben wird, um Patienten mit der neuartigen Lungenerkrankung Covid-19 behandeln zu können. Aber vor allem, ob das Personal reicht. Eine Kollegin dazu heute: „Ich bin auch entsetzt über die miserable Informationspolitik unserer Bundesregierung. Merkel und Spahn fliegt jetzt das zusammengesparte Gesundheitssystem um die Ohren.“

 

So ist das, wenn mit allem - auch der Gesundheit der Menschen - Maximalprofit gemacht wird. Aber auch das zeigt diese Krise: Hier im Krankenhaus geben alle ihr Bestes! Und das jeden Tag! Jede von uns macht Vorschläge wie die nächsten Wochen organisiert werden können, damit kein Patient mit akuten Beschwerden abgewiesen werden muss. Auch die Patienten sind uns dankbar, dass wir Ruhe bewahren, aber kompetent nicht unterschätzen und sachgerecht anleiten. So kann das gehen, wenn der Mensch und nicht der Profit im Mittelpunkt steht. Das merken gerade alle.