Corona-Pandemie

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Erfahrungen aus der Hausarztpraxis

„Es gibt viel Klärungsbedarf zum Umgang mit Corona. Viel Zeit ist verloren gegangen", schreibt Günter Wagner aus seinem ärztlichen Alltag in Gelsenkirchen.

Günter Wagner

Weiter schreibt er: „Bis zum 12. März war es in Gelsenkirchen nicht geregelt, an wen sich Patienten mit Verdacht auf eine Corona-Infektion zur Abklärung wenden sollen. Unsere Erfahrung: Bei Anrufen beim Gesundheitsamt, bei der Kassenärztlichen Vereinigung und der Ärztekammer wurde an die Hausärzte verwiesen, auch für die nötigen Abstriche.

 

Bei einer Beschwerde am 10. März beim Gesundheitsamt hieß es, am 11. März solle eine Konferenz von Ärztekammer und Gesundheitsamt stattfinden. Doch bei der Nachfrage einen Tag später konnten wir nichts dazu erfahren. Bei der Kassenärztlichen Vereinigung hieß es: ‚Das wissen wir auch nicht.‘ Man riet uns, bei der zuständigen Stelle in Münster anzurufen. Wir kamen auch da nicht weiter. Es hieß, man solle in Gelsenkirchen anrufen. Da wurden wir an die Patienten-Hotline verwiesen. Von dort bekamen wir dann den Rückruf einer Ärztin, die selbst Kritik an den mangelnden Informationen hatte.

 

Auf die zweite Beschwerde beim Gesundheitsamt Gelsenkirchen tat sich dann etwas. Wir kritisierten zu Recht, dass der Ausbreitung des Coronavirus Tür und Tor geöffnet werden, wenn die Diagnostik auf die Hausärzte abgeschoben wird. Am Freitag, dem 13. März, war dann eine zentrale Stelle eingerichtet. Die Öffentlichkeit wurde unter anderem über die Presse informiert. Bei Verdachtsfällen wurde ab da - in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt und dem DRK - ein Abstrich bei den Patienten zu Hause durchgeführt.

 

Dass sich diese Klärung so lange hingezogen hat, widerspricht der nötigen Schnelligkeit, um die Ausbreitung einzudämmen.“