Thyssen-Krupp Duisburg
Sofortiger Produktionsstopp und Schluss mit den Geheimverhandlungen!
Es ist schon abartig und menschenverachtend, dass thyssenkrupp trotz der rasanten Ausbreitung des Coronavirus immer noch an der Produktion festhält. Es gibt die ersten Fälle von infizierten Kollegen an den Standorten Bochum und Duisburg und Verdachtsfälle.
Es wächst das mulmige Gefühl in der Belegschaft und der Unmut der Kollegen wird größer. In verschiedenen Pausenversammlungen greifen die Kollegen diese kapitalistische Profitlogik an.
Der Vorstand hat Verhaltensrichtlinien herausgegeben und schickt Kollegen, die Home-Office machen können, nachhause. In den Produktionsbereichen sollen die Kollegen Abstand halten und sich die Hände waschen, das wars! Es gibt kein Desinfektionsmittel, um die Steuerstände und Arbeitsgeräte vor Übergabe zu reinigen. Die Reinigungsfirmen putzen einmal täglich die Böden wie immer. Die Ablösezeiten werden nicht entzerrt und es sind 100 Kollegen innerhalb einer Stunde zur Ablösung in den Kauen. Kollegen der Risikogruppen müssen weiter arbeiten, einzelnen wird angeboten, Urlaub zu nehmen.
Einzelne IG-Metall-Vertrauensleute und Betriebsräte organisieren Pausenversammlungen und Infos entsprechend der jetzigen Situation in kleinen Gruppen. Dabei wird diskutiert, das jeder verantwortlich die Hygienerichtlinien einhält. Aber auch dass Kollegen, die zur Risikogruppe gehören, nachhause gehen. Sie setzten die Bezahlung beim Vorgesetzten durch und organisieren die gegenseitige Hilfe. Dabei wird die Menschenverachtung durch den Vorstand: „Hauptsache es wird produziert!“ angegriffen und beraten, wie man jetzt den Kampf organisieren kann.
Auch dass die Regierung viel zu spät handelt und nur die Interessen der Großkonzerne im Blick hat und nicht die Gesundheit der Bevölkerung. Weil der Unmut der Kollegen wächst und die Produktion gerade in den Autokonzernen einbricht, beginnt der Vorstand das massive Herunterfahren der Produktion vorzubereiten. Frühestens aber Ende nächster Woche.
Jetzt gilt es die Initiative der Kollegen zu entwickeln: Sofortige Stilllegung aller Anlagen von thyssenkrupp, bis auf einen Sparbetrieb vom Hochofen bis zur Bramme und Notbesetzung zum Erhalt der Anlagen in den anderen Bereichen. Ausnahme ist die notwendige Produktion von Verpackungsblech für die Lebensmittelindustrie!
Gleichzeitig nutzt der Vorstand diese Situation aus, um in Geheimverhandlungen mit der Betriebsrats- und Gewerkschaftsführung einen Sozialplan und einen Tarifvertrag zur Vernichtung von 2.800 Arbeitsplätzen und der Stilllegung von Anlagen in Hüttenheim und Bochum abzuschließen. Da kann man nur fragen was dabei herauskommen soll, ohne dass die Arbeiter kämpfen und wo die gewerkschaftlichen Möglichkeiten eingeschränkt sind?
Schluss mit den Verhandlungen, mit Erpressern wird nicht verhandelt, schon gar nicht in Coronazeiten! Kein Tarifvertrag ohne die Entfaltung der gewerkschaftlichen Kampfkraft! Kampf um jeden Arbeitsplatz, Umweltschutz und die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!