Bosch Feuerbach

Bosch Feuerbach

"Wir müssen in Verbindung bleiben, wir kommen wieder"

Die Lieferketten reißen in der internationalen Verbundproduktion - wir rücken enger zusammen und organisieren uns besser.

Korrespondenz

Wir boten gegen Spende die Broschüre an „Kapitalismus ist Krise - Wir sind der Fortschritt“ und das Flugblatt „Sofortprogramm zur Corona-Pandemie“. 14,50 Euro landeten in unsrer Büchse.

 

"Der Mensch in den Mittelpunkt, nicht der Profit. Gesundheitsschutz ausbauen! Was meint ihr dazu?" „Träum mal schön. Profit war schon immer im Mittelpunkt.“ „Bosch verteilt nicht mal kostenlosen Mundschutz. Das sieht man, was wir denen wert sind.“ „Einzelne Bereiche werden abgesperrt und es gibt das Gerücht, nächste Woche wird geschlossen.“ „Kostenloser Mundschutz - da ist was in der Mache.“

 

Am Tor hängt von der Werkleitung ein Plakat: Wer aus einem Coronagebiet kommt, soll nicht in den Betrieb und sich bei der Personalabteilung telefonisch melden. Denn im Dieselwerk in Feuerbach wird in 18 Schichten produziert und nur am Wochenende soll eventuell reduziert werden. Arbeitsplätze werden ständig abgebaut, indem Befristete nicht verlängert werden. Der Konzernchef Denner wird extrem und gab die Parole aus: keine Kompromisse mehr bei der Kostensenkung. Stellenstreichungen seien unvermeidlich. Um jeden Preis soll die Produktion der Betriebe aufrechterhalten werden.

 

Doch die internationale Verbundproduktion ist bei Bosch sehr empfindlich. Sie wurde in Osteuropa und in Asien ausgebaut. Alleine der Stößel für die Denotronic, eine wichtige Komponente der AdBlue-Pumpe für die Diesel Abgasnachbehandlung, wird in Tschechien, Budweis produziert und ist in einer komplexen Liefer- und Montagekette mit vielen Partnern über vier Länder hinweg. Megastaus an den Grenzen zu Osteuropa, Lieferausfälle aus China zwingen die Autokonzerne zu Produktionsstopps. Bosch musste in China wegen Corona die Produktion zeitweilig stoppen. Bosch fährt wegen der Corona-Pandemie in einzelnen Werken in Frankreich, Italien, Spanien die Produktion herunter oder setzt sie vorübergehend aus.

 

Zu der Sorge um die Arbeitsplätze treibt die Kollegen jetzt auch die Sorge um die Gesundheit um. Einer verteidigte die Profitwirtschaft und wurde antikommunistisch aggressiv. Es ging lebhaft zu beim Verteilen, die Leute sind aufgewühlt. Unsere Organisiertheit ist unsere Stärke, das wird vielen bewusster. Die Tarifrunde ist ausgesetzt, Demonstrationen und Versammlungen abgesagt von der IG-Metall-Führung. Doch Schulter an Schulter sollen wir weiterarbeiten. Wir brauchen Wege, wie wir unsere Interessen durchsetzen. Die Konzernführung verfolgt ihre Interessen. Pausenversammlungen in jeder Abteilung, beraten und beschließen der wichtigsten Sofortmaßnahmen.

 

Für einen Produktionsstopp bei Entgeltfortzahlung – sofort! So forderten dies Daimler-Kollegen in Mettingen bei einem Streik. Von Montag an stehen die Bänder für zwei Wochen im Daimler-Werk Untertürkheim.

 

Wir müssen in Verbindung bleiben, wir kommen wieder.