Rüsselsheim und Eisenach

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Opel/PSA will Autoproduktion "so schnell wie möglich" wieder anlaufen lassen

Der Opel-Mutterkonzern PSA kündigte an, die Autofabriken schnellstmöglich wieder anlaufen zu lassen.

Von Korrespondenz
Opel/PSA will Autoproduktion "so schnell wie möglich" wieder anlaufen lassen
Blick auf Eisenach. Im Hintergrund: Das Opel-Werk (foto: Metilsteiner (CC BY-SA 3.0))

Das soll auch für die Standorte in Rüsselsheim und Eisenach gelten. Erst auf Kritiken und Proteste aus der Arbeiterschaft hin waren die Werke geschlossen worden.

 

Die Arbeiter und die Betriebsgruppen der MLPD hatten kritisiert, dass überall sonst Mindestabstände von zwei Metern eingehalten werden, Maßnahmen zum Gesundheitsschutz ergriffen werden sollen. Aber in den Firmen arbeiteten zum Teil auf engstem Raum hunderte von Arbeiterinnen und Arbeitern zusammen. Bei Opel in Bochum wurden sogar zeitweise Desinfektionsmittel verweigert. Stattdessen sollte Scheibenreiniger eingesetzt werden! Rote Fahne News hat darüber berichtet, und die Betriebsratsliste Offensiv hat dazu den folgenden Forderungskatalog veröffentlicht.

 

Die Autokonzerne nutzten die Schließungen der Werke auch zum Abbau von Überkapazitäten, die weltweit in der Autoindustrie bei mindestens 20 Prozent lagen. Jetzt wollen sie möglichst schnell die Produktion wieder anlaufen lassen, um in der Weltwirtschafts- und Finanzkrise nicht das Nachsehen zu haben. Außerdem will PSA seine Ausgangsposition für die Fusion mit Fiat/Chrysler verbessern. Die MLPD hatte mehrmals kritisiert, dass die Gesundheit der Arbeiter den nackten Profitinteressen untergeordnet wird.

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Während in Frankreich die Infektionszahlen dramatisch in die Höhe schnellen und Ausgangssperre besteht, in Deutschland breitflächige Kontaktverbote ausgesprochen wurden, denkt PSA nur an seine Maximalprofite. Die MLPD fordert: „Wirkliche Durchbrechung der Infektionsketten und Schutz der Arbeiterinnen und Arbeiter nur mit Produktionsstopp und Betriebsstilllegungen – SOFORT!“

 

Die MLPD fordert weiterhin zeitweise Betriebsschließungen in Bereichen, in denen keine akut gesellschaftlich notwendigen Güter produziert werden. 100-prozentige Lohnfortzahlung durch die Konzerne! Wenn sich die Corona-Krise relativ entspannen sollte, dann darf die Produktion nur unter drastischen Schutzmaßnahmen, Einhaltung des Mindestabstands von zwei Metern, Mundschutz, vorbildlicher Desinfektion, Testung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anlaufen. Und: Man muss die Autokonzerne und andere verpflichten, wo es möglich ist, die Produktion zeitweise umzustellen, um z.B. Beatmungsgeräte herzustellen.

 

Gegen die Abwälzung der Krisenlasten der Weltwirtschafts- und Finanzkrise und der Corona-Krise auf die Arbeiterklasse und die Massen!