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Belegschaft des ABZ Süd geht an die Öffentlichkeit

Die Belegschaft des Arbeiterbildungszentrum Stuttgart ist mit einem Offenen Brief an die Öffentlichkeit gegangen.

Belegschaft des ABZ Süd geht an die Öffentlichkeit
Das Gästehaus ABZ Stuttgart (foto: People to People)

... Letzte Woche sind bei uns im Gästehaus alle Einnahmen weggebrochen. Aufgrund des Coronavirus haben alle Gruppen und Übernachtungsgäste ihre Buchungen zu 100 Prozent storniert. Vielen Kleinbetrieben geht es ähnlich. Die Situation ist dramatisch.

 

Auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung haben wir Kurzarbeit zugestimmt. Kurzarbeit bedeutet, dass nur die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten 60 bis 67 Prozent ihres Lohnes bekommen. Die Minijobber erhalten kein Geld. Wir haben Angst um unsere Arbeitsplätze. Für einige reicht das Geld nicht mehr zum Leben. Wie sollen wir unsere Miete usw. zahlen? Wir brauchen 100 Prozent Kurzarbeitergeld - auch für die Minijobber!

 

Die Politiker versprechen Soforthilfen – die gibt es aber bisher nur im Fernsehen. Bei unserer Hausbank ist letzte Woche noch nichts bekannt gewesen. Die Telefone beim Arbeitsamt, der Bank oder anderen staatlichen Stellen waren dauerbesetzt. Wir brauchen schnelle unbürokratische Soforthilfen in Höhe von drei Monatsausgaben, die nicht zurückbezahlt werden müssen.

 

Bundeskanzlerin Angela Kanzlerin Merkel sagt, dass genug Geld da ist und ruft zur Solidarität auf. Solidarität finden wir sehr wichtig. Wir gehen sorgfältig mit der Corona-Pandemie um und halten uns an alle Maßnahmen, damit sich das Virus nicht noch weiter verbreitet. Doch es kann nicht sein, dass diese Krise auf die Bevölkerung und die Mittelschicht abgewälzt wird ...

 

Wir tun alles, um die Situation gemeinsam zu bewältigen. Wir rufen zur Solidarität auf: einer für alle – alle für einen! Wir wenden uns auch an andere kleine Betriebe, Vereine, Künstler ...

 

Für unsere Interessen müssen wir uns zusammenschließen und gemeinsam um unser Überleben kämpfen. Schreiben Sie Ihrer Hausbank, den Zeitungen und den Politikern! Hängen Sie Schilder an Ihrem Haus auf. Es gibt viele Möglichkeiten, aktiv zu sein.