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Corona: Protest gegen unmenschliche Zustände in Flüchtlingsunterkunft

In Bremen forderten gestern rund 50 Menschen bei einer Kundgebung die Schließung einer völlig überbelegten Flüchtlingsunterkunft.

Von ms
Corona: Protest gegen unmenschliche Zustände in Flüchtlingsunterkunft
Screenshot vom Video über die Protestaktion

Die Unterkunft in der Lindenstraße ist das „Ankunftzentrum“ für Flüchtlinge in Bremen mit etwa 700 Einwohnern in einem ehemaligen Industriegebäude. Die Menschen leben in Schlafzimmern mit 6 bis 10 Menschen und geschlossenen Fenstern. Die Wände gehen teilweise nicht bis zur Decke, so hört jeder jeden; das Geräuschniveau ist die ganze Zeit sehr hoch. Das Essen wird zentralisiert, die Menschen können nur während fester Zeiten alle zusammen das Kantineessen zu sich nehmen.

 

Hier ein Video von der Protestaktion

 

Nun wird gegen die Protestierenden ermittelt, weil sie angeblich die vorgeschriebenen Mindestabstände nicht eingehalten haben. Auch in Bremen-Vegesack hatte sich kurz vorher eine ähnlich große Gruppe vor einer Unterkunft versammelt.

 

Der Fall zeigt, dass die von Bundes- und Landesregierungen am Sonntag verhängten Notstandsmaßnahmen vor allem darauf abzielen, berechtigte Proteste unter anderem gegen unzureichende Schutzmaßnahmen zu kriminalisieren und zu unterdrücken. Dagegen hat die MLPD von vornherein energisch protestiert unter der Losung: "JA zu Gesundheitsvorsorge - NEIN zu heuchlerischen Notstandsmaßnahmen!"

Flüchtlinge aus Hotspots retten

Proteste gegen unmenschliche Zustände gibt es nicht nur in Deutschland - Petition des Freundeskreises Alassa & Friends „Corona: Flüchtlinge aus Hotspots retten - Abschiebung stoppen – SOFORT!“

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Offenbar haben die Proteste aber erreicht, dass die Flüchtlinge gestern noch auf andere provisorische Unterkünfte in Jugendherbergen verteilt wurden.