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„Hätte ich die Schutzausrüstung gehabt ..."

Symptomfrei, aber aus der häuslichen Quarantäne, berichtet Dr. Günther Bittel:

Von Dr. med. Günther Bittel
„Hätte ich die Schutzausrüstung gehabt ..."
Corona-Abstrich-Station Duisburg-Süd (rf-foto)

Ich trete am Morgen des 23. März in der Praxis meinen Dienst an und werde telefonisch informiert, dass eine Patientin, die ich am Freitag, 13. März, untersucht habe - damals mit trockenem Husten - jetzt Corona-positiv getestet wurde. Da ich damals, wie alle anderen Praxen in Nordrhein auch noch keine Schutzmasken hatte, bin ich jetzt Kontaktperson Kategorie I nach RKI-Kriterien¹ vom 18. März.

 

Ich muss also sofort in häusliche Quarantäne, wir machen vorher in der Praxis noch Nasen- und Hinterer-Rachenabstrich und schicken das zu Bioscientia ins Labor. Wenig später kommt die Nachricht, sie würden keine Abstriche mehr untersuchen, weil sie keine Reagenzien mehr haben, ich soll ins Fieber- und Abstrichzentrum der Stadt Duisburg fahren.

 

Hätte ich die Schutzausrüstung gehabt, wäre ich jetzt keine Kontaktperson! Hätte Bioscientia wenigstens die eingegangenen Abstriche weitergeleitet, wäre mir diese völlig überflüssige Fahrerei erspart geblieben! Aussage des Testzentrums auf meine Nachfrage: Ergebnis nicht vor fünf bis sechs Tagen!!!

 

In der Praxis fehle ich jetzt mindestens bis zum 27. März. Wenn ich positiv getestet werde, können wir erst mal schließen. Das sind die Konsequenzen der staatlichen Gesundheitspolitik und Null-Bevorratung für solche Situationen. Da nützen die besten Pandemie-Pläne in den Schubladen nichts!

 

Ohne kapitalistische Gesetzmäßigkeiten und in internationaler Solidarität würde es wohl ganz anders und besser laufen. Ziehen wir unsere Schlussfolgerungen!

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