Leiharbeit

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"Equal Pay auch in Coronazeiten“

In einem Automobil-Großbetrieb in Deutschland kam es am letzten Arbeitstag vor der Kurzarbeit zu einer nachahmenswerten Aktion.

Korrespondenz
"Equal Pay auch in Coronazeiten“
Zusammenhalt ist der Trumpf unter den Belegschaften - wie diese französischen Kollegen im letzen Jahr (rf-foto)

Die Kollegen der Leiharbeit sollten bei der für alle Stammwerker geltenden Aufstockung auf das Kurzarbeitergeld leer ausgehen. Dabei machen sie mindestens dieselbe Arbeit. Bei vielen Lohnbelangen gilt sonst das Equal-Pay, also dass sie nicht schlechter bezahlt werden sollen. Die Kollegen riefen den Betriebsrat an, er möge kommen - für eine Info. Er kam. Die Anwesenden machten dies im vollen Bewusstsein und an die Adresse der Chefetage, dass diese Aktion auf Kosten der Produktion geht.

 

Sie stellten viele Fragen und forderten, dass auch die Leiharbeiter die Aufstockung bekommen sollen. Des Weiteren forderten sie, dass es nicht geht, dass Kollegen mit vielen Stunden erst ihre Überstunden abbauen müssen, bevor sie Kurzarbeitergeld bekommen. Damit stellten sie die Einheit mit den ebenfalls betroffenen Stammwerkern her. Als Drittes forderten sie, dass der Konzern nicht seine Absatzeinbrüche auf die Belegschaft abwälzen soll.

"So soll Gewerkschaftsarbeit sein"

Natürlich gab es auch viel Unsicherheit und Gegenargumente, mit denen man sich auseinandersetzen musste. Aber genau das brachte Klarheit und Kraft. Resümee eines Leiharbeits-Kollegen: "So soll die Gewerkschaftsarbeit sein: Im entscheidenden Moment nicht einknicken, sondern auf den Tisch hauen." Es waren immerhin 23 Minuten, die diese Aktion mit mindestens sieben Kollegen dauerte. Der Betriebsrat nahm die Forderungen mit. Die Mannschaft geht davon aus, dass dieses Signal die Chefetage an ihren wunden Punkten trifft: Dem Profit und dem Image.