Uniklinik

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Mehr Personal und bessere Bezahlung dringend angesagt

Ich arbeite als Pfleger an einer Uniklinik in Bayern. Natürlich wird das Thema Corona (Covid-19) im Betrieb heiß diskutiert. Zu Beginn waren die Informationen der Geschäftsleitung sehr dürftig, die Kolleginnen und Kollegen fühlten sich schlecht bis gar nicht informiert. Die Sorge, dass der Schutz der Beschäftigten geringgeschätzt wird, ist groß.

Korrespondenz

Als aktive Gewerkschafter eine Petition zum Schutz der Beschäftigten gestartet hatten, wendete sich plötzlich das Blatt: Der Personalrat wird nun zu den Planungstreffen eingeladen, es kommen täglich Mails an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu den neuesten Entwicklungen. Täglich gibt es aktuelle Infos über den Bestand an Schutzausrüstung, Bettenkapazitäten, Hygieneempfehlungen usw.


Auch wenn es derzeit unbestreitbar einen Mangel an Schutzausrüstung gibt, darf der Schutz der Kolleginnen und Kollegen nicht unterlaufen werden. So gibt es beispielsweise Anweisungen zur Nutzung von Atemschutzmasken, die den Empfehlungen des RKI (Robert-Koch-Institut - Anm. d. Red.) widersprechen. Besonders übel stößt uns auf, dass bis zum heutigen Tage plan- und verschiebbare Eingriffe durchgeführt werden. Eine konkrete Strategie, ein Plan, wie trotz dem zu erwartenden hohen Arbeitsanfall die Gesundheit der Beschäftigten geschützt werden soll, ist nach wie vor nicht erkennbar. Die Gefahr, dass Leute "verheizt" werden, ist groß!

 

Diese Seite wird meines Erachtens auch von ver.di noch deutlich unterschätzt. Es ist bereits jetzt das Gebot der Stunde, die Beschäftigten im Gesundheitsbereich (Pflege, Ärzte, Reinigung, Logistik ...) massiv personell zu stärken! Und nicht erst, wenn es völlig eskaliert und reihenweise Leute krank werden. Wo dies nicht bereits jetzt geschieht, wird fahrlässig mit der Gesundheit und dem Leben von Patienten und Beschäftigten umgegangen.


Wichtig ist darüber hinaus auch die Auseinandersetzung unter den Kolleginnen und Kollegen über die Rolle der Politiker. Diejenigen, die nun hektische Betriebsamkeit an den Tag legen (Söder allen voran), sind nämlich die, die das Gesundheitswesen mit ihrer brutalen Profitorientierung völlig heruntergewirtschaftet haben. Anstatt kostenloser Getränke wären mehr Personal und bessere Bezahlung dringend angesagt!