Forschung

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Rückgang der Artenvielfalt - Gefahr für neue Virenverbreitung?

Forscher der Universität Ulm haben wissenschaftlich den Nachweis geliefert, dass es einen Zusammenhang zwischen Artenvielfalt und der Entstehung neuer Viren gibt.

Korrespondenz

Dazu hat das ZDF am Sonntag, dem 22. März 2020, eine interessante Dokumentation in der Sendung „planet e“ gebracht. Durch Umweltzerstörung und der damit verbundenen Zerstörung der Artenvielfalt steigt die Gefahr der Vireninfektionen. Die Übertragung von Viren auf den Menschen geschieht durch sogenannte Zoonosen, die eine Mutation eines Virus sind. Je größer die Artenvielfalt in einem Ökosystem, desto geringer die Verbreitung neuer Viren. In dem Maße, wie das Ökosystem durch Umweltzerstörung aus dem Gleichgewicht gerät, nimmt die Artenvielfalt ab, die Population anderer Arten breitet sich aus, dadurch steigt die Infektionsrate und damit auch die Gefahr von Mutationen.

 

Die Evolutionsökologin Professorin Simone Sommer weist noch auf einen anderen Zusammenhang hin: durch die Abnahme der Populationen durch Einengung ihres Lebensraumes sinkt auch die genetische Vielfalt, wovon besonders die zur Abwehr neuer Krankheiten notwendigen Immungene betroffen sind. Die Ulmer Wissenschaftler haben ihre Ergebnisse durch jahrelange Forschungen in drei verschiedenen Regionen Panamas erzielt.

 

Diese Ergebnisse zeigen den Zusammenhang zwischen der Corona-Pandemie und der drohenden globalen Umweltkatastrophe durch die kapitalistische Profitwirtschaft. Deshalb werden solche und - was zu befürchten ist – weit schlimmere Pandemien in Zukunft eine Begleiterscheinung der globalen Umweltkatastrophe sein. Um so wichtiger ist es, jetzt die Diskussionen unter den Kolleginnen und Kollegen, Nachbarn zu nutzen, die Notwendigkeit des Aufbaus einer weltweiten Widerstandsfront zur Rettung der Umwelt vor der kapitalistischen Profitwirtschaft zu verankern und für den Kampf zur revolutionären Überwindung des Kapitalismus zu gewinnen.