Tipp für Kleinunternehmer

Tipp für Kleinunternehmer

Abführung der Umsatzsteuer erst nach Zahlungseingang

Durch die aktuelle Corona-bedingte Gesundheitskrise erhalten Klein- und Kleinstunternehmen zwar Zuschüsse, und Steuerschulden können vom Finanzamt gestundet werden.

Korrespondenz aus Bochum

Unabhängig von der jetzigen Ausnahmesituation haben Betriebe und auch Freiberufler (soweit sie umsatzsteuerpflichtig sind), unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, die Umsatzsteuer erst dann an das Finanzamt zu entrichten, wenn ihre Ausgangsrechnungen vom Kunden bezahlt sind (Istversteuerung).

 

In der Regel wird die Umsatzsteuervorauszahlung sofort nach Rechnungsausstellung fällig (Sollversteuerung). Obwohl diese Steuerart ein Durchlaufposten für Unternehmer ist (der Endverbraucher zahlt sie letztendlich), ist eine Vorkasse bei vielen Unternehmen mit geringem Umsatz kaum möglich. Nach dem Einkommenssteuergesetz gibt es drei Ausnahmen zur Sollversteuerung: Voraussetzungen für die Istversteuerung.¹

 

Das Finanzamt kann auf Antrag gestatten, dass ein Unternehmer die Steuer nach vereinnahmten Entgelten berechnet, wenn er eine der drei nachstehenden Voraussetzungen erfüllt: Der Gesamtumsatz hat im vorangegangenen Kalenderjahr nicht mehr als 600.000 Euro (bis 31.12.2019: 500.000 Eur) betragen oder der Unternehmer ist von der Verpflichtung, Bücher zu führen, und aufgrund jährlicher Bestandsaufnahmen regelmäßig Abschlüsse zu machen, nach § 148 AO befreit oder der Unternehmer führt Umsätze aus einer Tätigkeit als Angehöriger eines freien Berufs i. S. d. § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG aus. Nur eine der vorstehenden Voraussetzungen muss erfüllt sein.