Pandemie

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Zu wenig Schutz für Amazon-Beschäftigte

In vielen Versandzentren von Amazon beschweren sich Kolleginnen und Kollegen darüber, dass bei der Arbeit der Mindestabstand zwischen ihnen nicht eingehalten werden kann.

Korrespondenz

„Auch an der Stechuhr bilden sich immer wieder Schlangen.“ Sie kritisieren auch, dass die Handscanner, die von allen Schichten benutzt werden, nicht regelmäßig gereinigt werden. Das gilt auch für die Griffe der Kisten. Eine Frau aus dem Logistikzentrum in Winsen berichtet, dass es an ihrem Arbeitsplatz bereits fünf Fälle von Corona-Infektionen gegeben habe, ohne dass das Management die Belegschaft darüber informiert hat.

 

An einigen Standorten wie zum Beispiel Leipzig zahlt Amazon bis Ende April einen Aufschlag von zwei Euro pro Stunde, für das "Engagement in dieser schweren Zeit". Dazu ein Sprecher von ver.di: "Die in einer PR-Aktion angekündigte Erhöhung der Stundenlöhne um zwei Euro wird nicht überall und nur als Anwesenheitsprämie bezahlt." Das führe dazu, dass sich Beschäftigte krank zur Arbeit schleppen und damit eine Gesundheitsgefährdung für ihre Kolleginnen und Kollegen darstellen.

Streik bei Amazon in Mailand

In einem Versandzentrum bei Mailand haben am vergangenen Dienstag Kolleginnen und Kollegen die Arbeit niedergelegt, wie die Zeitung La Repubblica berichtet. Ihr Streik richtete sich gegen unzureichende Hygienemaßnahmen von Amazon und dass der Abstand zwischen den Angestellten nicht eingehalten werde. Auch in drei französischen Versandzentren kam es deswegen zu Streiks. In den USA können Kolleginnen und Kollegen von Amazon zuhause bleiben, wenn sie sich vor Ansteckung fürchten, bekommen dann aber auch keinen Lohn.