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Die Wut in der Charité-Belegschaft wächst

Die Corona-Schutzausrüstungen für die Kolleginnen und Kollegen an der Berliner Charité sind immer noch nicht in ausreichender Zahl vorhanden und die skandalöse Anweisung, einfache Masken auch bei Corona-positiven Patienten zu tragen, ist nicht zurückgenommen.

Von Korrespondenz
Die Wut in der Charité-Belegschaft wächst
ver.di-Aktion, an der sich die Krankenhaus-Belegschaften beteiligen können (foto: ver.di Berlin)

Außerdem werden Kolleginnen und Kollegen unter anderem genötigt, immer nur eine Atemschutzmaske über eine Schicht hinweg zu tragen. FFP3-Masken sind kaum vorhanden, und - worauf eine Kollegin hinwies - auch kaum Schutzbrillen. Denn eine FFP3-Maske ohne Schutzbrille hilft alleine auch nicht ausreichend.

 

Es ist auch unglaublich, dass das medizinische Personal nicht regelmäßig, möglichst täglich, auf Corona getestet wird, im vollen Wissen, dass viele Infektionen ohne Symptome verlaufen. Damit riskiert man, dass die Kliniken zu einem weiteren Hotspot der Ausbreitung von Corona werden, wie es aktuell in Pflegeheimen der Fall ist.

Gewerkschaftstreffen und Kampfmaßnahmen de facto verboten

Der Abbau demokratischer Rechte mit Versammlungsverboten hat auch dazu geführt, dass die Aufklärungsarbeit der ver.di-Betriebsgruppen wie auch der MLPD-Betriebsgruppe massiv behindert werden. Auch Gewerkschaftstreffen und insbesondere Kampfmaßnahmen sind de facto verboten, selbst wenn man das Abstandsgebot wahrt. Seite an Seite zu arbeiten, ohne ausreichenden Schutz, wird erzwungen. Aber wenn sich Kolleginnen und Kollegen treffen, ist das verboten.

 

Weiter gibt es auch ein Protestflugblatt der CFM-Kolleginnen und -Kollegen. Denn die Tarifkämpfe und Streikaktionen bei der Charité-Tochter CFM wurden abgewürgt und der Streik wurde unterbrochen. Die CFM-Kolleginnen und -Kollegen arbeiten weiter für Hungerlöhne ab 11,50 Euro und fordern deshalb, endlich auf gleichem Niveau des TVöD bezahlt zu werden.

"In einem Boot"?

Das Wort Ausbeutung soll vergessen sein? In einem Boot sollen wir sitzen? Die Reinigungskraft - leider ohne Schutzausrüstung und Tarifvertrag - und der Klinikchef auf dem Erste-Klasse-Deck? Das hätten sie gerne ...