Manolis Glezos

Manolis Glezos

Er riss die Hakenkreuzfahne von der Akropolis

Der griechische Antifaschist Manolis Glezos ist vorgestern im Alter von 97 Jahren an Herzversagen verstorben. Weltberühmt wurde er, weil er am 31. Mai 1941 mit einem Schulfreund auf die Akropolis stieg und die Hakenkreuzfahne der faschistischen Besatzer herunterriss. Er war ein Widerstandskämpfer der ersten Reihe. Die Faschisten verurteilten ihn zum Tode. Er kämpfte weiter in der Illegalität. 1948 (!) wurde er zum zweiten Mal zum Tode verurteilt: wegen seiner Gesinnung als Chefredakteur der kommunistischen Zeitung Rizopastis. Die Vollstreckung wurde durch breiten Protest - bis hin zu Papst Pius XII. und Charles de Gaulle - verhindert. 16 Jahre seines Lebens verbrachte er im Gefängnis. Später wurde er Parlamentarier des staatstragenden Bündnisses Syriza. Unnachgiebig war er aber in der Forderung nach Reparationszahlungen der BRD für die Verbrechen der Faschisten in Griechenland. Die Politik der Troika gegenüber Griechenland lehnte er ab - als eine Politik, die sein Land zum "Versuchskaninchen einer Politik von Regierungen machen, deren einziger Gott das Geld ist." Wir gedenken seiner, wir würdigen ihn. Sein revolutionäres Lebenswerk ist das Bleibende.