Ford Köln

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Gegen "Profit geht vor Gesundheit" - Streikaktion zeigt Wirkung

„Corona-Hilferufe aus bekannten Kölner Großfirmen“ - so die Überschrift eines Artikels des Kölner „Express“, der sich als „eine Art Kummerkasten“ für „verzweifelte Kölnerinnen und Kölner“ sieht (1).

Von Korrespondenten aus Köln
Gegen "Profit geht vor Gesundheit" - Streikaktion zeigt Wirkung
Während die gesamte Produktion einschließlich der Montageroboter bei Ford in Köln stillsteht, soll die Arbeit im Ersatzteillager weitergehen (Foto: Gilly Berlin from Spain)

Verzweifelt sind die Arbeiter im Kölner Ersatzteillager von Ford (FCSD) allgemein nicht. "Aber endlich berichtet mal die örtliche Presse, dass eben nicht ganz Ford stillsteht“, so eine Kollegin. Denn die Arbeit im Ersatzteillager läuft immer noch, trotz aller medienwirksamen Beteuerungen von Größen wie Finanzminister Olaf Scholz, der Gesundheitsschutz stünde ja vor der Wirtschaft.

 

„Die wollen um jeden Preis den Quartalsabschluss durchbringen, vorher wird von Kurzarbeit keine Rede sein“, so die nun eintreffende Prognose der Belegschaft. Die Kolleginnen und Kollegen sind wütend und empört und ziehen Schlussfolgerungen. Die Ford-Leitlinie  „Profit geht vor Gesundheit“ hat sich als Tatsache in den Köpfen eingebrannt.

Spontane Streikaktion

Fast die Hälfte der Kolleginnen und Kollegen hat sich letzte Woche krankgemeldet. Einer spontanen Streikaktion vor zwei Wochen folgten überhaupt die ersten Gesundheitsschutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus, unter anderem die Entzerrung beim Schichtwechsel, wofür eine halbe Stunde Schichtverkürzung bezahlt wird – ein erster wichtiger Erfolg des selbständigen Protestes!

 

Darüber berichtete die Kollegenzeitung „Scheinwerfer“ und schlägt vor, alle Arbeiten in Lager und Logistik herunterzufahren, bis auf eine „Notbesetzung für versorgungsrelevante Ersatzteile (z.B. Krankenwagen, Notarzt, Feuerwehr usw.)“.