Österreich

Österreich

Stahlkonzern mit Zwölf-Stunden-Schichten gegen Corona?

Voestalpine - ein österreichischer Stahlkonzern in Linz - hat für bis zu 20.000 von 22.000 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet.

Korrespondenz
Stahlkonzern mit Zwölf-Stunden-Schichten gegen Corona?
Voestalpine (foto: Solidarwerkstatt in Österreich)

Zugleich will Voestalpine als erstes die Leiharbeiter auf die Straße setzen. Gleichzeitig sollen die verbliebenen Beschäftigten im Stahlbereich Zwölf-Stunden-Schichten fahren. Das sei eine Maßnahme, um soziale Kontakte bei Schichtwechsel zu reduzieren. Damit ließen sich "Personalausfälle aufgrund von Erkrankungen besser kompensieren", so Voest-Pressesprecher Peter Felsbach.

 

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Einerseits werden Leiharbeiter entlassen, für 20.000 Kolleginnen und Kollegen wird Kurzarbeit angemeldet und der Rest soll zwölf Stunden bis zum Umfallen arbeiten. Es gibt genug arbeitsmedizinische Untersuchungen, die belegen, dass überlange Arbeitszeiten das Immunsystem schwächen und die Menschen anfälliger für Viruserkrankungen machen.

Auch in Deutschland derartige Pläne

Wer nun meint, das sei eine Besonderheit in Österreich, wo die ÖVP/FPÖ-Vorgängerregierung den Zwölf-Stunden-Tag wieder gesetzlich verankert hat, der täuscht sich. Auch der Verband der chemischen Industrie (BVAC) hat sich mit der IGBCE-Führung in Deutschland darauf verständigt, dass ein Zwölf-Stunden-Schichtsystem im kontinuierlichen Schichtbetrieb eingeführt werden kann, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

 

Wer hat die Gewerkschaftsführung denn dazu ermächtigt, eine solche Vereinbarung zu unterschreiben? Als ehemaliger Betriebsratsvorsitzender eines Chemiebetriebes und aktiver Gewerkschafter protestiere ich auf das Schärfste dagegen, unter dem Vorwand der Corona-Pandenie solche arbeiterfeindlichen Maßnahmen zu unterstützen.

 

Hier geht es zur Vereinbarung zwischen BVAC und IGBCE