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Industrie und Handwerk fordern Kurzarbeiterregelung auch für Azubis

Das ist schon ziemlich kaltschnäuzige Heuchelei: „Industrie und Handwerk haben die Bundesregierung aufgefordert, die Regelungen zum Kurzarbeitergeld in der coronabedingten Gesundheitskrise schnellstmöglich auf Lehrlinge auszuweiten.

ak

Die „Süddeutsche Zeitung“ vom 29. März zitiert Sprecher von Industrie und Handwerk, die „die Bundesregierung auffordern, die Regelungen zum Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise schnellstmöglich auf Lehrlinge auszuweiten. Anderenfalls sähen sich Betriebe in der Krise gezwungen, ihren Auszubildenden zu kündigen.“

 

Tatsächlich ist die Ausbildung – wie der Name schon sagt – kein Arbeitsverhältnis. Es müssen von den Betrieben auch in Zeiten von Corona Anstrengungen unternommen werden, die Ausbildung – unter gesundheitlichen Aspekten – aufrechtzuerhalten, z.B. durch Nutzung des Internets oder mehr Abständen der Werkbänke. Sollte die Aufrechterhaltung des Ausbildungsbetriebes dennoch nicht möglich sein, muss die Ausbildungsvergütung voll weiter gezahlt werden.

 

Der Jugendsekretär der IG Metall Baden-Württemberg rechnet dazu vor: „Für Auszubildende würde ein Rückfall auf das gesetzliche Kurzarbeitergeld massive finanzielle Einschnitte mit sich bringen. Ein Rechenbeispiel: Azubis im Kfz-Handwerk verdienen im 1. Ausbildungsjahr 869 Euro monatlich, beim gesetzlichen Kurzarbeitergeld sinkt die Netto-Vergütung maximal auf nicht einmal die Hälfte davon.“

 

Vor allem Handwerk, Kleinst- und Kleinbetriebe, die ausbilden, müssen dazu auch unterstützt werden. In den Großbetrieben und internationalen Monopolen bestehen viel mehr Möglichkeiten, die Ausbildung trotzdem fortzuführen, sowohl was die finanziellen Mittel als auch die Werkstätten, Technik oder Ausbilder betrifft. Doch sie sind es, die zuerst den Griff auf die staatlichen Mittel legen. Handwerk, Kleinst-, Klein-, Mittelbetriebe und Tagungsstätten, Gaststätten- und Tourismusbetriebe müssen auch bei der Ausbildung unbürokratisch unterstützt werden!

 

Erhalt aller Ausbildungsplätze! Für eine gründliche Berufsausbildung – Keine Kürzung der Ausbildungsvergütungen!