Eisenach

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Polizeieinsatz wegen Covid-19 in der Flüchtlingsunterkunft

Gestern, am 3. April, gab es bei uns in Eisenach am Erstaufnahmewohnhaus einen Polizeiensatz von mindestens einer Hundertschaft.

Korrespondenz
Polizeieinsatz wegen Covid-19 in der Flüchtlingsunterkunft
Nach dem Einsatz ist die Flüchtlingsunterkunft geperrt. (rf-foto)

Es war ein Bewohner positiv auf Covid-19 getestet worden. Dieser ist jetzt auf der Isolierstation im Krankenhaus und das Gebäude, aus dem er geholt wurde, ist abgeriegelt. Diese Unverhältnismäßigkeit in Sachen Polizeieinsatz und Isolierung der Bewohner auf diese Art und Weise lehnen wir ab. Ich weiß von keinem Haus, in dem Einheimische wohnen, wo so vorgegangen wurde, wenn jemand positiv getestet wurde. Das riecht förmlich nach einer rassistischen Motivation. Das war mittlerweile der vierte Übergriff dieser Art auf ein Erstaufnahmewohnheim, der mit einer Covid-19-Erkrankung begründet worden ist.

 

Das sind Bürgerkriegsübungen für die Bereitschaftpolizei. An den Schwächsten der Gesellschaft wird trainiert. Seit heute gibt es einen Bußgeldkatalog: So kostet es 100 Euro Strafe, wenn man auf der Straße jemandem näher als 1,5 Meter kommt. Und noch einiges mehr.

 

Im Betrieb gilt dieser Katalog nicht. Opel Eisenach wollte die Produktion wieder anfahren und hatten dafür 50.000 Schutzmasken bestellt. Das hätte für viele Arbeiter bedeutet, zu viert in einer Karosse ihre schwere körperliche Arbeit zu verrichten. Nach den breiten und heftigen Mitarbeiterprotesten begrub Opel den Plan und behauptete, sie wollten die Produktion nie anfahren und hätten die Masken nur gekauft, um sie dem Katastrophenschutz zu spenden. Wenigstens das haben sie wohl auch gemacht. In einer sozialistischen Gesellschaft stünde der Mensch im Mittelpunkt und nicht der Profit.